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Reißt Eintracht das Ruder um? Vor dem letzten Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga steigt bei den Braunschweigern die Spannung. Klassenerhalt, Relegation oder Abstieg – es geht um Alles. Ein Sieg im abstiegsentscheidenden Spiel bei Holstein Kiel am Sonntag (15:30 Uhr) bedeutet den Klassenerhalt. Gewinnen die Löwen nicht in Kiel, ist im verrücktesten Abstiegskampf der Zweitliga-Geschichte sogar der direkte Absturz möglich – das wäre eine blau-gelbe Katastrophe.

 

Am letzten Spieltag der Zweitliga-Saison 2017/2018 geht es für Eintracht Braunschweig nach Kiel. Die Spannung rund um Eintracht ist vor dem Abstiegsfinale am Sonntag (13. Mai) bei Holstein Kiel förmlich zu greifen. Vom Ausgang der Partie hängt für den Deutschen Meister von 1967 sehr viel ab. Die Ausgangslage ist klar: Mit einem Sieg bei den Störchen kann Blau-Gelb den Klassenerhalt perfekt machen. Anstoß im Holstein-Stadion ist um 15:30 Uhr.

Am Sonntag entscheidet sich, wohin die Reise für den abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig geht. Klassenerhalt, Relegation, Abstieg – alles ist drin. Mit einem Sieg in Kiel würde der Tabellen-16. die Klasse definitiv halten, da die ebenfalls gefährdeten Darmstadt 98 und Erzgebirge Aue sich im direkten Duell Punkte wegnehmen. Bei einer Niederlage droht dagegen der Gang in die 3. Liga. Der ins Taumeln geratene Traditionsverein setzt dabei auch auf Lockerheit. „Wir bleiben ganz bei uns“ – das machte Eintracht-Cheftrainer Torsten Lieberknecht unmissverständlich klar. Der Gegner stand bei seiner Analyse weniger im Fokus, denn wie Holstein Kiel die Partie angeht, „können wir nicht beeinflussen“, so Lieberknecht. „Was wir beeinflussen können, ist die Wahl des Systems und der Taktik. Mit dem Kopf kommt noch eine weitere Ebene dazu. Wir wollen die Jungs mit einem guten Gefühl ins Spiel schicken“, erklärte der 44-Jährige, wie die Löwen das Duell angehen werden. Zum Ende der Saison werden die Blau-Gelben noch einmal alle Kräfte mobilisieren müssen, um Punkte mitzunehmen. Einmal mehr können sich die Löwen dabei auf die Unterstützung ihrer Anhänger verlassen: In Kiel werden rund 2.300 Gäste-Fans erwartet. Was das Personal angeht, ist erneut Abwarten angesagt: Jasmin Fejzic hat sich im Training einen Kapselanriss sowie einen Bänderriss zugezogen – hinter seinem Einsatz steht daher ein großes Fragezeichen. „Wir wissen, dass es ein Finalspiel wird“, machte Lieberknecht deutlich. „Wir nehmen nichts von außen mit in die Partie und lassen uns nicht beeinflussen. Unser Ziel ist es immer, zu gewinnen. Wir gehen nie mit einem anderen Gedanken ins Spiel.“ Was es im Hinblick auf das Duell mit Holstein Kiel zu verbessern gilt, liegt für den Pfälzer auf der Hand: „Wir haben gesehen, dass wir in den letzten Spielen offensiv zu wenig getan haben. Da wollen wir mutiger sein und das Herz in die Hand nehmen“, gibt Löwen-Trainer Lieberknecht als Devise aus. Den Druck spüre man natürlich, gerade deshalb sei es aber umso wichtiger, „trotz allem eine gewisse Lockerheit beizubehalten. Jeder weiß, was ist, wenn du so ein Finalspiel gewinnst: Dann herrscht pure Freude.“ Als Spieler habe man am Sonntag schließlich auch die Chance, „mit dieser einen Partie viel vergessen zu lassen“. Das Wichtigste sei nun, „dass die Jungs sich gut vorbereitet fühlen. Dass sie einen klaren Plan haben und sagen: Das ziehen wir jetzt von Anfang bis Ende durch“. Torsten Lieberknecht, der am Samstag sein zehnjähriges Jubiläum als Eintracht-Coach feiert, geht optimistisch in das Finalspiel gegen die Störche: „Beim letzten Training bin ich vom Platz gegangen und habe den Jungs gesagt: Ich habe ein gutes Gefühl, so wie sie trainiert haben.“ Nach zuletzt nur drei Punkten aus sechs sieglosen Spielen dürfte es freilich alles andere als einfach werden, im hohen Norden einen Erfolg zu landen. Gewinnen die Löwen nicht in Kiel, ist im verrücktesten Abstiegskampf der Zweitliga-Geschichte sogar der direkte Absturz möglich – das wäre eine blau-gelbe Katastrophe.

Die Wege der Löwen und Störche kreuzen sich in dieser Saison bereits zum dritten Mal. Am 11. August 2017 trafen die Mannschaften in der 1. Runde des DFB-Pokals aufeinander, wo sich Kiel vor eigenem Publikum mit 2:1 durchsetzen konnte. Am letzten Hinrunden-Spieltag der laufenden Runde endete die Partie im Eintracht-Stadion torlos. Nun stehen sich beide Teams im Saisonfinale erneut gegenüber. 2013 stieg Holstein Kiel in die 3. Liga auf, vier Jahre später folgte der nächste Schritt: Unter Trainer Markus Anfang schafften es die Störche in die zweithöchste deutsche Spielklasse. Seit dem 8. Spieltag belegt die KSV Holstein mittlerweile durchgängig einen der ersten drei Ränge und seit dem vergangenen Sonntag herrscht nun Gewissheit: Die Störche werden die Saison auf dem dritten Tabellenplatz beenden – es geht also in die Relegation. Dort trifft die Mannschaft von Markus Anfang auf den SC Freiburg, den VfL Wolfsburg oder den Hamburger SV. Am 17. Mai muss Kiel zunächst auswärts ran, das Rückspiel im Holstein-Stadion findet vier Tage später am 21. Mai statt. Mit 65 Toren sind die Blau-Weißen das offensivstärkste Team der Liga – kein Wunder, dass mit Marvin Ducksch (18 Treffer, elf Vorlagen) auch der Top-Scorer der Liga aus den Reihen der Kieler kommt. Treffsicher präsentieren sich zudem Dominick Drexler (14 Tore/11 Assists) und Kingsley Schindler (13 Tore/5 Assists). Kein leichtes Unterfangen für die Eintracht-Abwehrcracks, diese geballte Offensivpower zu stoppen.

Torsten Lieberknecht feiert am Samstag sein zehnjähriges Jubiläum als Eintracht-Coach. Vor der Heimpleite gegen Ingolstadt wurde der langjährige Trainer bereits von den Fans mit einem Riesentransparent und einer leidenschaftlichen Choreografie für sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Es flossen Tränen, vor allem bei der treuen Trainer-Seele. Mit einem Erfolg im hohen Norden will der 44-Jährige mit seinem Team auch den Klassenerhalt in der 2. Liga feiern.

Fotos: oh

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