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Das Musical "Hyper Hyper!“  feiert am Samstag, 29. Juni, um 19:30 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters Premiere.

„Hyper Hyper!“ – ein musikalisches Navigationssystem durch die 90er Jahre in Braunschweig von Eitner & Schanz mit der Jazzkantine im Großen Haus des Staatstheaters. 

 

 

 

Die 90er Jahre leben wieder auf: Mit dem Musical „Hyper Hyper!“ entführen Christian Eitner und Peter Schanz uns gemeinsam mit der Jazzkantine in ein musikalisches Navigationssystem durch die 90er Jahre in Braunschweig.

 

Premiere feiert das Stück am Samstag, 29. Juni, um 19:30 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters.

Das Jahrzehnt des Trash-Pop als Begleitprogramm zur Wiedervereinigungsvollstreckung: Braunschweig rückt vom Zonenrand wieder in die Mitte Europas. Eine Herkules-Aufgabe für alle Beteiligten– da kann der gute Geschmack schon einmal auf der Strecke bleiben.

Denn der oft genug sehr fragwürdige Soundtrack dieses Jahrzehnts weckt Erinnerungen, die man teilweise lieber verdrängt hätte: an Baywatch und Beverly Hills im TV, an Baggie Pants und Arschgeweihe, Buffalos und Schnellficker-Hosen in der Mode, an Diddlmäuse und Gameboys, an Boygroups & Girlbands, an Kuschelrock und Loveparade, an Supermario, Kelly Family und Tamagotchis. Und in Jugoslawien – vor unserer Haustür – tobt Krieg wie seit 1945 nicht mehr.

Die Friedensbewegung wird erschüttert, die Sowjetunion verfällt, Bill Clinton wird Präsident und Schaf Dolly geklont. Auf dem Höhepunkt der Lewinsky-Affäre wird Gerhard Schröder der neue Kohl, Bonn wird Berlin, Lara Croft ein Vorbild und Prinzessin Diana stirbt. Kurt Cobain auch. Die Privatheit geht endgültig den Bach runter, nicht nur in den verprollten Nachmittags-Talkshows, dabei gibt es – schwer vorstellbar – noch immer kein Facebook. Während die Überreste der DDR verramscht werden, nimmt die Globalisierung atemberaubend Fahrt auf. Ein eigenartiges Jahrzehnt. Wir waren so jung und wir feierten.

Und in Braunschweig? Unser überdimensionierter Bahnhof aus den 60ern bekommt endlich einen Sinn: das neue Hinterland ist fast wieder das Alte. Aber nur vorübergehend, bald läuft die neue Schnellbahnstrecke nach Berlin doch wieder an uns vorbei.

Dennoch hören wir immer mehr thüringisch-sächsische Klänge bei den Bäckerei-Fachverkäuferinnen. Wir feiern den 250. Geburtstag des „Grüner Jäger” in Riddagshausen und demonstrieren gegen den Golfkrieg, wir spenden für Kasan und spielen Fußball mit Magdeburg. Fast hätten wir ihn schon vergessen: von den zehn Jahren der 90er hieß über neun Jahre lang unser Oberbürgermeister Werner Steffens. Vorher war Glogo, nachher kam GeHo – ein eigenartiges Jahrzehnt.

Musikalische Leitung: Christian Eitner, Inszenierung: Peter Schanz. Mit Markus Schultze, Michel Begeame, Arne Stephan, Cappuccino, Louie, Maike Jacobs u. a. Das Braunschweig-Musical ist bis zum 14. Juli im Großen Haus des Staatstheaters zu sehen.

Foto: oh/Staatstheater Braunschweig

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