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Der Besuch einer Bauhaus-Ausstellung in Weimar im Jahre 1923 war für den 1892 geborenen Otto Ralfs die Initialzündung für sein Interesse an Kunst.

Den Holzschnitt mit dem Motiv der Dorfkirche von Gelmeroda fertigte Lyonel Feininger für die Bauhaus-Ausstellung in Weimar, die Ralfs besuchte. Später erwarb Ralfs das Blatt.

Der Besuch einer Bauhaus-Ausstellung in Weimar im Jahre 1923 war für den 1892 in Braunschweig geborenen Otto Ralfs die Initialzündung für sein Interesse an moderner Kunst.

Der Eigentümer einer Eisenwarenhandlung und seine Frau Käte hatten bereits eine Sammlung impressionistischer Werke zusammengetragen, als sie den Künstler Paul Klee kennen und schätzen lernten. Klee vermittelte Ralfs in Weimar Kontakte zu Künstlern wie Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger und eröffnete dem ambitionierten Sammler auf diese Weise den Zugang zu jungen, avantgardistischen Positionen. Ralfs Kunstsammlung wuchs durch persönliche Beziehungen zu noch heute namhaften Künstlern in den folgenden Jahren beträchtlich. Dabei entspann sich ein bedeutendes Künstlernetzwerk, welches Otto Ralfs im Jahre 1924 zur Gründung der „Gesellschaft der Freunde junger Kunst“ veranlasste.

In der neuen Sonderausstellung „Gesellschaft der Freunde junger Kunst“ im Schlossmuseum Braunschweig markiert ein Holzschnitt des Künstlers Lyonel Feininger diesen Wendepunkt in Ralfs Sammlertätigkeit: Das Motiv „Die Dorfkirche“, welches die von Feininger oftmals porträtierte Dorfkirche in Gelmeroda zeigt, fertigte Feininger für die Bauhaus-Ausstellung an, die Otto Ralfs im Jahre 1923 in Weimar besuchte. Lyonel Feininger war der erste Künstler, den Walter Gropius im Mai 1919 als Meister ans Bauhaus berufen hatte. Gemeinsam mit Kandinsky, der das Signet der „Gesellschaft der Freunde junger Kunst“ entworfen hatte, Klee und Jawlensky bildeten sie die Ausstellungsgemeinschaft „Die Blauen Vier“, die von der Braunschweigerin Emmy „Galka“ Scheyer vermarktet wurde. Briefe von Feininger an Ralfs sowie Werke zahlreicher weiterer namhafter Künstlerinnen und Künstler sind in der Sonderausstellung zu sehen und belegen den Kontakt zwischen Sammler und Künstler.

Die Ausstellung „Gesellschaft der Freunde junger Kunst“, die am 26. September 2019 eröffnet, wird gefördert vom Fachbereich Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig, der Braunschweigischen Stiftung, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, der Richard Borek Stiftung und der Stiftung Niedersachsen.

Foto: oh/Schlossmuseum/D. Polack-Chwalczyk

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