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Heute ist Fußball deutsche Nationalsportart, 145 Jahre nach dem ersten Fußballspiel auf deutschem Boden in Braunschweig.

Historische Aufnahme des „Kleines Exers“ in Braunschweig: Hier fand vor 145 Jahren das erste Fußballspiel auf deutschem Boden statt.

1874 auf dem Braunschweiger Exerzierplatz: Der Lehrer Konrad Koch wirft seinen Schülern einen Ball zu, mit dem diese sofort zu spielen beginnen.

Was zunächst belanglos klingt, ist nichts weniger als die Geburtsstunde des deutschen Fußballs. In Braunschweig hielt das Fußballfieber seinen Einzug und eroberte in kurzer Zeit ganz Deutschland. Heute ist Fußball deutsche Nationalsportart, 145 Jahre nach dem ersten Fußballspiel auf deutschem Boden in Braunschweig. Um die Dokumentation dieses Ereignisses hat sich der Braunschweiger Historiker Kurt Hoffmeister verdient gemacht, der morgen seinen 95. Geburtstag feiert. Konrad Koch, Lehrer am Braunschweiger Gymnasium Martino-Katharineum, ging es in erster Linie darum, seinen Schülern Bewegung an der frischen Luft zu ermöglichen.

Der Sportunterricht im damaligen Kaiserreich beschränkte sich vorwiegend auf das klassische Turnen in der Halle. Koch hatte Fußball während eines Aufenthalts in England kennengelernt und ebnete mit seiner Initiative, ihn als pädagogisches Mittel in den Schulalltag aufzunehmen, vor 145 Jahren den Weg dieser Sportart in Deutschland. 1874 führte er das Fußballspiel in Braunschweig ein, verfasste ein Jahr später das erste deutschsprachige Fußball-Regelwerk und legte damit den Grundstein für die Etablierung des bis dahin unbekannten Sports in Deutschland. Als sich 1890 der Deutsche Fußball- und Cricket Bund gründete, übernahm dieser die meisten Regeln Kochs deutschlandweit. Die Abseitsregel beispielsweise gilt sogar noch heute, auch wenn der Fußball 1874 noch weit vom heutigen Standard entfernt war. Das genaue Datum des ersten Spiels ist nicht bekannt. Zwar hat Koch „Michaelis 1874“ dafür festgehalten, was dem 29. September entsprechen würde, aber er selbst hat auch mehrfach bemerkt, das Spiel im Oktober eingeführt zu haben.

Sicher ist aber, dass es auf dem Exerzierplatz am heutigen Rebenring stattgefunden hat. Dass so viel über die Hintergründe von Kochs Wirken bekannt ist, ist auch dem Braunschweiger Historiker und Schriftsteller Kurt Hoffmeister zu verdanken, der gemeinsam mit seinem Forschungsthema Jubiläum feiert: Morgen wird er 95 Jahre alt. Viele davon hat er seinem Anliegen gewidmet, Braunschweigs Vergangenheit festzuhalten, vergessene Persönlichkeit zu entdecken und mit ihnen für Braunschweig zu werben. Seiner tiefgründigen Recherche entstammen unter anderem eine “Braunschweiger Sportgeschichte”, eine “Braunschweiger Literaturgeschichte”, zahlreiche Bücher über Wilhelm Raabe, Konrad Koch und August Hermann, der Koch bei der Einführung des Fußballspiels unterstützte. „Ich wünsche Herrn Hoffmeister alles Gute zu seinem Geburtstag“, gratuliert Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Stadtmarketing GmbH. „Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, ihm zu danken. Mit seinen Recherchen und Dokumentationen hat er Braunschweig einen großen Dienst erwiesen und eine wichtige Grundlage geschaffen, um die Löwenstadt bekannter zu machen.“ Weitere Informationen zur Braunschweiger Fußballgeschichte gibt es unter www.braunschweig.de/fussball.

Foto: oh/ Archiv Kurt Hoffmeister

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