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Das Schlossmuseum Braunschweig lädt am Mittwoch, 6. November, zum ersten Vortrag aus dem Begleitprogramm der aktuellen Sonderausstellung ein.

Für Braunschweig und Oldenburg lässt sich die „Bauhausausstellung 1923“ als ein wichtiges Schlüsselmoment des „zweiten Aufbruchs in die Moderne“ konstruieren. Die Druckgrafik von Lyonel Feiniger zeigt ein Blatt mit dem Motiv Dorfkirche von Gelmeroda, welches er exakt für diese Schau gestaltet hat.

Das Schlossmuseum Braunschweig lädt am Mittwoch, 6. November, zum ersten Vortrag aus dem Begleitprogramm der aktuellen Sonderausstellung „Gesellschaft der Freunde junger Kunst“ in den Roten Saal im Schloss (Schlossplatz 1) ein.

Kunsthistorikerin Gloria Köpnick (Landesmuseum Oldenburg) bietet in ihrem Vortrag zum Thema „Avantgarde in der Provinz?! Oldenburg und Braunschweig in den 1920er Jahren“ um 18:30 Uhr Einblicke in ein faszinierendes Netzwerk der Moderne und thematisiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den modernen Kunstvereinen in Oldenburg und Braunschweig. Die Teilnahme ist kostenfrei (ohne Voranmeldung).

Die 1922 gegründete Oldenburger „Vereinigung für junge Kunst“ realisierte unter der Leitung ihres Gründers Ernst Beyersdorff bedeutende Veranstaltungen und Ausstellungen des zeitgenössischen Kunstschaffens. Ein enges Netzwerk zu anderen Vereinen und Museen sowie zu privaten Förderern, Künstlern, Händlern, Kritikern, Verlegern und Publizisten ermöglichte es, den Furor der Zwanziger Jahre in allen Facetten zu präsentieren. Die herausragende Geschichte der „Vereinigung für junge Kunst“ steht ebenso wie die der „Gesellschaft der Freunde junger Kunst“, die 1924 vom Kunstmäzen Otto Ralfs gegründet wurde und mit der ein reger Austausch bestand, exemplarisch für das Ende der Kaiserzeit und den republikanischen Aufbruch in die Moderne. Im Frühjahr 1933 und unter dem steigenden Druck des nationalsozialistischen Regimes, sah sich der Verein, ebenso wie der in Braunschweig, zur Auflösung gezwungen und beendete nach elfjähriger Tätigkeit den engagierten Einsatz für „das Schaffen der Lebenden“, wie es 1922 in der Satzung gefordert worden war.

Gloria Köpnick absolvierte nach dem Studium der Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin ein wissenschaftliches Volontariat am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Von Dezember 2016 bis Mai 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin des Forschungs- und Ausstellungsprojekts „Zwischen Utopie und Anpassung – Das Bauhaus in Oldenburg“ am Landesmuseum Oldenburg. Dort ist sie seit Juni 2019 im Forschungsprojekt „Hin Bredendieck – Von Aurich nach Atlanta“ tätig. Im Rahmen ihrer 2017 begonnenen Doktorarbeit an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg untersucht sie die „Vereinigung für junge Kunst (1922-1933)“. Freiberuflich ist sie als Autorin, Kritikerin und Dozentin tätig.

Foto: oh/Lyonel Feiniger/Stiftung Residenzschloss Braunschweig

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