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Andreas Rudnicki, schwerbehinderter Radsportler, hat die Vereinsmeisterschaften im Zeitfahren der „gesunden“ Senioren des Radsportvereins RSV Braunschweig 1923 gewonnen

Was sich auf den ersten Blick erstaunlich anhört, ist aber kein Zufall, guckt man sich die sportlichen Erfolge und den Werdegang des 49-jährigen „Inklusionswunders“ an. Noch 2006 – mit mehr als 30 Kilo Übergewicht – hatte er wegen seiner Behinderung, einem beidseitigen Klumpfuß-Restzustand und einer schweren Arthrose die ärztliche Prognose erhalten innerhalb eines halben Jahres im Rollstuhl zu sitzen. Heute stehen bei Rudnicki unter anderem 14 Weltcup-Top-Ten-Platzierungen, drei gewonnene Europacups und Platz 7 bei der Weltmeisterschaft im Handicap-Radsport auf dem „Konto“ – sowie ein Körperfettanteil von acht Prozent bei Idealgewicht. Dieses Jahr wollte Rudnicki, der durch die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung gefördert wird, eigentlich das Paralympics-Ticket nach Tokio ziehen. Aber der Wettbewerb ist, wie auch alle Qualifizierungswettbewerbe dafür, Corona-bedingt abgesagt worden. Rudnicki hofft auf das nächste Jahr.

Auch beruflich ist Rudnicki überhaupt kein „typischer“ Schwerbehinderter. Reden andere von Inklusion, macht er es vor: Er ist geschäftsführender Gesellschafter von 3 mittelständischen Unternehmen in Braunschweig und Bielefeld und beschäftigt mehr als 60 Mitarbeiter, darunter mehrere Schwerbehinderte. Im Privatleben läuft bei ihm auch alles bestens. Er ist seit 19 Jahren mit seiner Jugendliebe Sonja verheiratet, sie haben drei gesunde Töchter und wohnen in Braunschweig. „Meine Behinderung hat mich immer eher angespornt als eingeschränkt.“, sagt Rudnicki, der wegen seines Handicaps bereits in der Kindheit und Jugend 27 Operationen bei einem Gesamt-Klinikaufenthalt von 2 ½ Jahren hinter sich gebracht hat. Der Radsportler stellt seine Trainingspläne selber auf und trainiert mehr als 12.000 Kilometer jedes Jahr.

Foto: oh/Veranstalter
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