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Beatrix von Pilgrim stellt die Vielfalt ihres Schaffens aus mehr als zehn Jahren künstlerischer Arbeit in Braunschweig vor.



Die Ausstellung ist vom 8. bis 23. Februar in der halle267 – städtische galerie braunschweig zu sehen. Die Eröffnung findet am Dienstag, 7. Februar, um 19 Uhr statt. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Nach Wanderjahren und Stationen in Paris, München, Stuttgart, Hamburg und Berlin entsteht für Beatrix von Pilgrim in Braunschweig 2008 ein Konzentrationspunkt. Im großzügigen Atelier entstehen Projekte, zeit- und raumbasiert, die sich wesentlichen raumkünstlerischen Fragen widmen. Eine Übersicht von Zeichnungen versucht, die gedanklichen Bezüge im Entwurfsprozess über die Jahre hinweg zu zeigen. So hängen die Arbeiten, die ausgestellt sind, alle voneinander ab. Idee folgt auf Idee, eine szenografische Untersuchung bildet sich ab.


Im Mittelpunkt steht eine spannende theatrale Medienkunstarbeit: der „Biss der Termiten“ aus den Coronajahren 2021/22. Der „Biss der Termiten“ folgt frei assoziiert den Unsichtbaren Städten von Italo Calvino. Wie kann Realität besser fassbar werden – in die Welt reisen und die Dinge erforschen? Oder besser zu Hause bleiben und über das Berichtete nachdenken? Zwei Figuren, zwei Haltungen. Ein quadratischer Screen für die statische Person, ein panoramischer für diejenige, die in ständiger Bewegung ist. Dazwischen pendelt wie eine schlafende Uhr eine runde Leinwand für die Erzählerin. Das poetisch-philosophische Gespräch ist in drei Filmspuren räumlich aufgespannt. Die Figuren sprechen aus ihrem Filmraum heraus miteinander. So entsteht eine ganz individuelle Position des Zuhörens und Zusehens.

 

Das Verhältnis analog-digital wird in einer präzisen Komposition verwoben. Der Raum ist eine Art Gehirn, in dem wir herumspazieren. Die Rolle des Auditoriums ist szenografisch also immer mitgedacht.


Auch die kinetischen Objekte – ein atmendes Objekt, eine rückwärts brennende Kerze oder ein stummes Gespräch zwischen leuchtenden Lampen – könnte man „szenografisch“ nennen. Selbst die Figuren – sind es wirklich Kostüme? – teilweise eingesetzt in vergangenen Inszenierungen – haben sich verselbständigt, sind quasi emanzipierte Objekte geworden.

 

Beatrix von Pilgrim arbeitet seit 2008 in ihrem Atelier in Braunschweig. Sie sieht sich als bildende Künstlerin und „Szenografin“, arbeitet für verschiedene Aufführungsorte und stellt aus. Versehen mit einem soliden Erfahrungsschatz aus der Theaterproduktion beschäftigt sich die Szenografin mit Inszenierung, Raum und Kostüm – aber auch mit Lichtplanung und dem kalkulierten Einsatz von Sound. Sie unterrichtete viele Jahre als Professorin vor allem an der HFG Karlsruhe, aber auch in Leipzig (HMT) und an der UDK Berlin. Beatrix von Pilgrim studierte an der UDK Berlin bei Achim Freyer, der seine Arbeit ganz wesentlich als Gesamtkunstwerk versteht, der Regie, Raum, Kostüm, Licht und Ton zusammen denkt.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 15 – 19 Uhr
Samstag & Sonntag: 11 – 19 Uhr

halle267 – städtische galerie braunschweig
Hamburger Straße 267
38114 Braunschweig
Web: www.braunschweig.de/halle267

 

Foto: oh/© 2018 Stadt Braunschweig/ Daniela Nielsen

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