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Balkonkraftwerk: So kann man sich auf Erhöhung der Einspeiseleistung einstellen

Mini-Solaranlage mit zwei Modulen und einer maximalen Wechselrichterleistung von 600 Watt: Ein solches System können Hausbesitzer in Eigenregie aufstellen. Demnächst könnte die Obergrenze von 600 Watt auf 800 Watt angehoben werden.

Erst drosseln – und später das ganze Potenzial ausschöpfen

Die Stromkosten senken und umweltfreundlich Energie erzeugen: Mini-Solaranlagen, auch Balkonkraftwerke genannt, machen es möglich. Sie können am eigenen Haus oder in der Eigentumswohnung installiert werden, aber ebenso in der Mietwohnung. In der Regel ist hier keine Zustimmung des Vermieters notwendig. Ein Balkonkraftwerk können und dürfen Privatpersonen an eine haushaltsübliche Steckdose mithilfe eines gängigen Schuko-Steckers anschließen, der meist mitgeliefert wird. Alternativ ist der Anschluss über eine sogenannte Wieland-Steckdose mit einem Wieland-Stecker möglich. Die Installation dieser Steckdose ist ausschließlich eingetragenen Elektrofachkräften vorbehalten. Mini-Solaranlagen müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Die Anbieter der Balkonkraftwerke stellen dafür nach dem Kauf vorausgefüllte Formulare bereit.

Leistungsgrenze soll angehoben werden, ungewiss ist noch der Zeitpunkt

In Deutschland ist derzeit maximal ein Balkonkraftwerk pro Haushalt mit höchstens 600 Watt Einspeiseleistung erlaubt. „Die Leistungsfähigkeit der Solarmodule darf die 600 Watt übersteigen. Maßgeblich ist lediglich die Leistung des Wechselrichters – sie darf 600 Watt nicht überschreiten“, erläutert Gerome Körbel, Geschäftsführer des Balkonkraftwerk-Anbieters Yuma. Aber: „Es ist davon auszugehen, dass die Bundesregierung die Leistungsgrenze von 600 Watt auf 800 Watt anheben wird, ungewiss ist lediglich der Zeitpunkt“, so Körbel. Wer sich schon jetzt auf die voraussichtliche 800-Watt-Grenze vorbereiten will, sollte sich für ein Set mit einem 800-Watt-Wechselrichter entscheiden, der sich bequem auf die derzeit gültige 600-Watt-Obergrenze drosseln lässt. Nach einer Gesetzesänderung könnte die Drosselung ebenso schnell wieder aufgehoben werden. Aber wie funktioniert die Absenkung der Leistung?

Drosselung via DTU-Stick und Smartphone-App

Die Yuma 800 Pro Komplettsets beispielsweise bieten die Möglichkeit, den 800-Watt-Wechselrichter mittels eines sogenannten DTU-Sticks auf die aktuelle 600-Watt-Grenze zu drosseln. Die Absenkung kann man selbständig via Smartphone-App vornehmen und nach Gesetzesänderung wieder aufheben. Zum Set gehört eine pdf-Anleitung, mit der sich der DTU-Stick installieren lässt. Sollte es doch einmal zu technischen Problemen kommen, unterstützt der Anbieter per Chat und am Telefon, mehr Infos gibt es unter www.yuma.de. Mit der DTU lassen sich zudem die Energieerträge messen, allerdings werden die Messwerte nur zeitversetzt alle 15 Minuten aktualisiert. Daher ist im Set zusätzlich ein kostenloses (WLAN-)Messgerät enthalten, um die Erträge in Echtzeit nachverfolgen zu können. (DJD)

Foto: DJD/www.yuma.de