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Der Rokoko-Pavillon in Stöckheim wird saniert

Die Stadt Braunschweig saniert die Straßen- und Gartenfassade des historischen Rokoko-Pavillons in Stöckheim, südlich des Großen Weghauses an der Leipziger Straße.

Die Stadt Braunschweig saniert die Straßen- und Gartenfassade des historischen Rokoko-Pavillons in Stöckheim, südlich des Großen Weghauses an der Leipziger Straße.

Es wurden Anstricharbeiten an den Fassaden durchgeführt und durch Kontrollen des Holztragwerkes begleitet. Dafür wurden Holzgesimse sowie historische Bleiverkleidungen abgenommen, Balken freigelegt und Gefache ausgebaut.

Bei den Untersuchungen stieß man auf Holzschäden am Tragwerk, welche tiefere Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich machen, um den Pavillon dauerhaft standsicher und nutzbar zu machen. Derzeit ertüchtigen die Zimmerleute Deckenbalken, Schwellhölzer und andere Holzbauteile. Einige müssen ganz ausgetauscht werden.

Durch die umfangreichen Eingriffe ist der Innenraum des Pavillons derzeit für die Öffentlichkeit gesperrt. Nach der Sanierung wird das Gebäude in neuem Glanz wieder zur Verfügung stehen. Im Rokoko-Pavillon finden zum Beispiel zahlreiche Veranstaltungen des Arbeitskreises „Kultur vor Ort“ statt. Zudem kann er privat angemietet werden.

Die Bauarbeiten haben keinen Einfluss auf die Freigabe der Stadtbahntrasse, die wegen Sanierungsarbeiten an anderer Stelle vorübergehend stillgelegt ist. Derzeit wird der Kfz-Verkehr einspurig per Ampel am Rokoko-Pavillon vorbeigeleitet. Wenn die Arbeiten am Gebäude noch nicht abgeschlossen sein sollten, wird rechtzeitig zur Wiederaufnahme des Stadtbahnverkehrs das Baugerüst so angepasst, dass Fuß- und Radverkehr darunter Platz haben und die gesamte Fahrbahn wieder zur Verfügung steht.

Zur Geschichte des Rokoko-Pavillons

(Von Rudolf Zehfuß,https://www.braunschweig.de/leben/stadtportraet/stadtteile/stoeckheim/dorfrundgang/rokokopavillon.php)

Der Rokokopavillon in Stöckheim liegt südlich des Großen Weghauses dicht an der Leipziger Straße auf dem Gelände des ehemaligen Schriftsassenhofes. Er muss in der Zeit von 1763 bis 1767 entstanden sein. Der Bauherr wird deshalb Commissionsrat Johann Heinrich Lutterloh gewesen sein, der damals Besitzer des Schriftsassenhofes war. Man vermutet, dass er den Landbaumeister Martin Peltier de Belfond mit seinem Stuckateur Guiseppe Buzzi mit dem Bau beauftragte. Der Pavillon zeigt sich als schlichter Außenbau mit einem niedrigen steinernen Erdgeschoss, dem Fachwerkoberbau und dem geschweiften Dach. Das Obergeschoss bildet einen einzigen Raum, den der Besucher durch ein schrankähnliches Möbelstück betritt.

Die Decke dieses Raumes wird durch eine reiche Stuckdekoration geziert. Um eine große und mit Pflanzenornamenten geschmückte Mittelrosette gruppieren sich in den vier Ecken der Decke allegorische Darstellungen der vier Jahreszeiten. Auf dem mit Ornamenten verzierten Kamin in einer Ecke des Raumes befindet sich ein Medaillon mit einem Frauenkopf. Wahrscheinlich ist dies das Bildnis der damaligen Besitzerin Catharina Dorothea Metzner.
Martin Peltier de Belfond wird auch den ausgedehnten Barockgarten gestaltet haben, von dem heute nur noch Reste vorhanden sind. Das Gebäude ist einmalig im Stadtgebiet Braunschweigs und unter Denkmalschutz gestellt.

Foto: oh/©  Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen