
Der MTV muss sich für den Sieg gegen den Drittletzten HSG Ostsee abmühen
Nun ist es offiziell: Unser Drittligist ist für die Aufstiegsrunde zur 2. Liga qualifiziert. Drei Spieltage vor Ende der regulären Saison hatte noch ein Sieg gefehlt, dieser wurde Samstagabend in der Alten Waage vor knapp 1000 Zuschauern errungen. Gegen die HSG Ostsee gewann die Mannschaft von Volker Mudrow mit 34:32 (16:18). Die zwei Punkte gegen den Drittletzten der Tabelle waren allerdings ein hartes Stück Arbeit.
Aber egal, gewonnen ist gewonnen, die Punkte sind eingetütet. Oder doch nicht? Ganz so einfach ist es eben nicht: Die Erfolge der vergangenen Wochen sind in der Regel verdammt hart erarbeitet, die Leichtigkeit mit vielen deutlichen Siegen zu Saisonbeginn fehlt.
Meist ist es ein behäbiger Start, der die Braunschweiger daran hindert, vermeintlich schwächere Gegner schnell in die Schranken zu weisen. Beispiele hierfür gibt es reichlich, und auch gegen die HSG Ostsee war die erste Hälfte gebraucht. Schnell war man ins Hintertreffen gelangt und lief einem Rückstand hinterher. Braunschweig fand nicht ins Spiel und leistete sich zu viele einfache Fehler. Die Gäste, die für den Klassenerhalt dringend Punkte benötigen, spielten dagegen griffig auf.
„Auch wenn wir es am Ende meist schaffen, brauchen wir am Anfang viel zu viel Zeit, um reinzukommen“, kritisiert Niklas Wolters. „Wir verschlafen oft die erste Halbzeit!“ Der Trainer bestätigt dies: „Es dauert zu lange, bis wir auf Touren kommen.“ Dennoch findet er auch Lob für sein Team, „die Spieler geben sich nie auf und kämpfen bis zum Schluss“.
Aktuelle Braunschweiger Schwachstelle ist die Abwehr. Zu leicht spielt sich die Konkurrenz durch die Reihen, so auch Samstagabend. Die Folge: ein 16:18-Rückstand zur Pause. Zwar kam der MTV gut aus der Kabine und kämpfte sich wieder heran, doch gelang die erste Führung erst eine knappe Viertelstunde vor Schluss. Im Vorfeld hatte ein Ostsee-Akteur die Rote Karte gesehen, für die Braunschweiger war dies so etwas wie die Initialzündung. Wolters und Co. gingen daraufhin mit bis zu drei Toren in Führung.
Die letzten Minuten hatten wieder etwas von der beschriebenen Leichtigkeit. Die kam aber eben sehr spät. Vielleicht gelingt es in den kommenden zwei Partien gegen Stralsund und Rostock, diese von Anfang an mit an Bord zu haben. Mit Blick auf die Aufstiegsrunde zur 2. Liga wäre das sicher beruhigend.
MTV: Niklas Mellmann, Timon Serbest, Eike Engelbrecht; Jan-Bennet Kanning (7), Lukas Friedhoff (3), Milan Vuvkovic, Milan Mazic (7), Philipp Krause (1), Melf Hagen (10/3), Niklas Wolters, Bela Pieles (3), Rick Harder (3), Tim Lietz, Khaled Khemiri.
Foto: oh/Lando Reinberger
