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Löwen in Oldenburg: Der letzte Auswärtskampf

Die Basketball Löwen Braunschweig reisen zu ihrem letzten Auswärtsspiel 

dieser easyCredit BBL-Saison: Wenn der sportliche Abstieg dann nicht bereits feststeht, zählt bei den EWE Baskets Oldenburg am Freitagabend (Tip-Off: 20:00 Uhr) nur ein Sieg. Dyn überträgt das Spiel live – Kommentator vor Ort ist Arne Malsch.

Der spannungs- und emotionsgeladene Overtime-Krimi vom vergangenen Samstag mit dem 98:97-Erfolg über die MHP RIESEN Ludwigsburg hat die Löwen im Kampf um den Klassenerhalt am Leben gehalten. „Es gab viele Höhen und Tiefen im Spiel, aus denen man Positives mitnehmen kann. Die Jungs haben sich durch Widrigkeiten gekämpft und Charakter gezeigt“, sagt Co-Trainer Keith Thomas rückblickend auf die Begegnung. Aber trotz dieses wichtigen Sieges bleibt die Situation der Löwen unverändert und herausfordernd: Denn damit die Löwen morgen nicht bereits als Absteiger in die Partie gegen Oldenburg gehen, muss Science City Jena heute Abend im direkten Duell im Abstiegskampf zu Hause gegen die MLP Academics Heidelberg verlieren. Das wäre Schritt eins. 

Was danach folgen müsste, ist ebenfalls bekannt: Um den Klassenerhalt zu realisieren, müssten die Löwen dann in Oldenburg sowie am Sonntag zu Hause gegen die NINERS Chemnitz (Tip-Off: 16:30 Uhr – Tickets) gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Jena auch am Sonntag bei ALBA BERLIN verliert und die Heidelberger ihr letztes Saison- und Heimspiel gegen RASTA Vechta ebenfalls nicht gewinnen. Würde all das so kommen, würden die Löwen in der Endabrechnung auf dem rettenden 16. Platz landen. Es gibt auch weiterhin die Eventualität eines Dreiervergleichs mit Jena und Heidelberg, nämlich wenn die Löwen und Heidelberg alles gewinnen und Jena alles verliert. Doch in diesem Szenario hätten die Braunschweiger das Nachsehen. 

In Anbetracht dieser Situation werden sich heute Abend natürlich viele Blicke auf das Spiel in Jena richten, ehe es morgen für die Löwen nach Oldenburg geht. Dort treffen sie auf die EWE Baskets, die noch um einen Play-In-Platz kämpfen und im engen Rennen um die Postseason unbedingt gewinnen müssen. Zuletzt haben sie das – angeführt vom starken Ex-Löwen Nicholas Tischler – mit einem 98:95-Auswärtssieg in Trier getan und damit die Hoffnung auf ein versöhnliches Saisonende aufrechterhalten. Denn wie geplant ist die Saison für die EWE Baskets auch nicht gelaufen. Nach einer sportlich sehr schweren Phase in der Hinrunde, folgte nach einer BBL-Bilanz von einem Sieg und acht Niederlagen die Trennung von Trainer Predrag Krunic. Für ihn übernahm Co-Trainer Lazar Spasic, mit dem die Wende gelang – eingeleitet durch den 93:68-Auswärtserfolg zu Weihnachten gegen die Löwen. 

Damals war Nicholas Tischler mit 19 Punkten Topscorer der Gäste und der ehemalige Löwe zeigte auch beim letzten Sieg in Trier mit 21 Punkten eine starke Leistung. Über die Saison kommt der athletische Forward auf 11,0 Zähler im Schnitt. Chris Clemons führt die EWE Baskets aber im Scoring mit 18,7 Punkten pro Partie an und landete bei der Wahl zum besten Offensivspieler der Liga auf Platz 2. „Wir müssen versuchen, ihn auszubremsen und einzuschränken“, beschreibt Keith Thomas eine wichtige Defensivaufgabe, die auf die Löwen zukommen wird. Allerdings kommen neben Tischler und Clemons auch Brian Fobbs (14,9 PpS) und Tomislav Zubcic (10,1 PpS) auf ein zweistelliges Scoring, bei dem sie mit Dreierquoten von über 36 Prozent überzeugen. Clemons trifft seinen Dreier sogar bei 41,5 Prozent. 

Neben diesen vier Akteuren kratzt auch Michale Kyser (9,8 PpS, 5,0 RpS) an einer zweistelligen Punkteausbeute. Der erfahrene Center ist bester Rebounder der EWE Baskets – in dieser Kategorie sind die Oldenburger allerdings mit 32,9 gefangenen Abprallern das schwächste BBL-Team. Im Hinspiel entschieden sie dieses Duell an den Brettern jedoch für sich und sorgten zudem mit ihren guten Trefferquoten (61 Prozent Zweier und 43 Prozent Dreier) für die deutliche Löwen-Niederlage. Generell sind die Oldenburger eine offensiv gefährliche Mannschaft, weshalb die Löwen verhindern müssen, dass die Gastgeber früh ihren Rhythmus finden. „Oldenburg ist auch eine Mannschaft, die noch um etwas kämpft. Deshalb müssen wir direkt bereit sein und den ersten Punch setzen“, so Thomas. In Oldenburg gewonnen haben die Löwen übrigens das letzte Mal in einem Do-or-Die-Spiel: Das war im Pokal-Viertelfinale der Saison 2020/21. 

Foto: oh/adobe stock