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Nachhaltig, lebenswert, resilient: So begegnet Braunschweig dem Klimawandel

Mit dem Klimawandel geht auch in Braunschweig eine zunehmende Hitzebelastung einher, mit gesundheitlichen Gefahren und den entsprechenden sozialen Folgen.

Mit dem Klimawandel geht auch in Braunschweig eine zunehmende Hitzebelastung einher, mit gesundheitlichen Gefahren und den entsprechenden sozialen Folgen.

Die Stadtverwaltung hat nun dem Rat das Konzept für eine Hitzeaktionsplanung vorgelegt. Es dokumentiert die Strukturen und Lösungsansätze, die es in Braunschweig zur Milderung der Auswirkungen extremer Hitzeperioden bereits gibt, bündelt sie und skizziert als Rahmenplanung Maßnahmen, die konkretisiert und schrittweise umgesetzt werden sollen.

„Der Schutz des Klimas und der Schutz vor Hitze sind nicht nur globale Aufgaben, sondern beginnen vor unserer Haustür“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. „Um die gesundheitlichen Folgen von Hitzeperioden zu verhindern oder zu lindern, verfolgen wir als Stadt Braunschweig einen integrativen Ansatz, der kurzfristige Schutzmaßnahmen ebenso in den Blick nimmt wie langfristige städtebauliche Anpassungen. Wir haben in Braunschweig schon viel erreicht und umgesetzt – von Warn- und Informationsangeboten sowie Maßnahmen des Gesundheits- und Bevölkerungsschutzes bis hin zu stadtplanerischen Ansätzen.  Niedersachsenweit sind wir sehr gut aufgestellt, in vielen Dingen Vorreiter. Unser Leitbild ist Braunschweig als lebenswerte und zugleich nachhaltig resiliente Großstadt.“

„Das Konzept der Hitzeaktionsplanung ist eine Rahmenplanung, die die bestehenden Strukturen vor allem aus dem Gesundheitsschutz heraus fokussiert und zu einem gemeinsamen Handlungsrahmen für Vorsorge, akute Hitzelagen und langfristige Anpassung weiterentwickelt“, hebt Sozial- und Gesundheitsdezernentin Dr. Christina Rentzsch hervor, deren Dezernat federführend mit dem Projekt befasst ist. In den vergangenen Jahren seien bereits umfangreiche fachliche Grundlagen erarbeitet, Maßnahmen zur Klimaanpassung und Gesundheitsvorsorge angestoßen und fachbereichsübergreifende Netzwerke aufgebaut worden.

Einige Beispiele aus verschiedenen Bereichen:

-Stadtklimaanalyse als fachliche Grundlage zur Bewertung klimatischer Belastung;
-Kühle-Orte-Karte als digitales Informationsangebot;
-Stadtklimaanalyse zur räumlichen Hitzebelastung (Hotspots) und Klimarisikoanalyse aus dem COABS-Projekt;
-Schwammstadtansätze, zum Beispiel am Hagenmarkt, in neuen Baugebieten oder in der Bahnstadt;
-Stadtklimaanalyse inkl. Klimaanalyse- und Planungshinweiskarten: thermische Belastung am Tag / in der Nacht; bioklimatische Bewertung von Siedlungsräumen (Wirkungsraum) und Grün- und Freiflächen (Ausgleichraum) Darstellung von Kaltluftentstehungsgebieten und Kaltluftleitbahnen.

Eine wichtige fachliche und strategische Grundlage für die Hitzeschutzplanung bildet der Prozess „Co-Adapted Braunschweig – Durch Co-Creation gemeinsam an den Klimawandel anpassen“ (COABS). Anna Katharina Hanusch, Dezernentin für Umwelt, Stadtgrün und Hochbau: „Gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern und der Stadtgesellschaft haben wir die Folgen und Risiken des Klimawandels untersucht, zentrale Handlungsfelder identifiziert und Zielbilder und Leitmaßnahmen, darunter auch die Aufstellung einer Hitzeaktionsplanung.“

Die Hitzeaktionsplanung schafft einen gemeinsamen Rahmen und zeigt,

– welche Strukturen bereits vorhanden sind,
– wo Zuständigkeiten und Kommunikationswege geklärt werden müssen,
– welche Bevölkerungsgruppen und Einrichtungen besonderen Schutz benötigen,
– welche Maßnahmen kurzfristig umgesetzt werden können,
– welche langfristigen Anpassungen in Gebäuden, Freiräumen und Stadtplanung erforderlich sind.

Kernelemente sind hierbei:

– Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit: Einrichtung einer Steuerungsgruppe zur Klimafolgenanpassung.
– Besondere Beachtung von Risikogruppen: Entwicklung eines Kommunikationskonzepts zur Vorsorge gesundheitsrelevanter Klimarisiken und Stärkung der Fürsorge im Quartier.
– Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme: Sicherstellung der Funktionsfähigkeit dieser Systeme während Hitzeperioden.
– Langfristige Stadtplanung und Bauwesen: Weiterentwicklung der städtischen Leitlinie für klimagerechte Bauleitplanung und Nutzung digitaler Stadt-Zwillinge.
– Monitoring und Evaluation: Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Maßnahmen.

So geht es weiter

Stimmt der Rat am 29. September dem vorgelegten Konzept zu, so beauftragt er die Verwaltung zugleich, Maßnahmen für eine konkrete Umsetzung auszuarbeiten. Diese werden dann in Paketen dem Rat zur Entscheidung vorgelegt. Erste neue Maßnahmen sollen bereits im Sommer kommenden Jahres, bei der nächsten Hitzeperiode, greifen können.

Foto: oh/adobe stock