
Die Basketball Löwen Braunschweig haben die 1. Runde im Netto BBL Pokal souverän gemeistert.
Mit einem 87:67-Sieg (42:24) über den BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA-Ligisten Eisbären Bremerhaven zogen sie ins Achtelfinale des Wettbewerbs ein. Den Grundstein für den Erfolg legten die Rebound-Hoheit und eine starke Verteidigung, mit der Headcoach Ramón Díaz insbesondere in der ersten Hälfte sehr zufrieden war. In dieser erspielte sich sein Team bereits einen 18-Punkte-Vorsprung, den die Löwen im dritten Viertel zwischenzeitlich sogar auf 32 Punkte ausbauten. Vier Löwen punkteten zweistellig, Sheldon Edwards war mit 19 Punkten Topscorer.
Im Achtelfinale (17./18. Oktober) haben die Löwen Heimrecht und treffen auf den Gewinner der Begegnung zwischen den GIESSEN 46ers und den NINERS Chemnitz.
Der Start in die Partie verlief holprig und wurde früh von einer Schulterverletzung von Gian Aydinoglu überschattet. Der Löwe war an einem Gegenspieler hängen geblieben, ging mit Schmerzen zu Boden und konnte nicht weiterspielen. Eine finale Diagnose wird nach weiteren Untersuchungen folgen. Sein Ausscheiden sorgte für einen Schockmoment, doch die Löwen fanden schnell Lösungen und kamen besser ins Spiel. Zwar wollten die Würfe von der Dreierlinie zunächst kaum fallen – nach zehn Minuten hatte das Díaz-Team lediglich einen von zehn Dreiern getroffen –, doch die Löwen kamen immer wieder in die Zone und schlossen dort gut ab. Im ersten Viertel galt das allen voran für Benny Schröder, der mit einem Dunk zum 12:7 zudem für ein Highlight sorgte.
Auch die Verteidigung wurde zunehmend besser, wodurch die Löwen offensiv immer mehr ins Laufen kamen. So setzten sie sich trotz diverser wilder Szenen Stück für Stück weiter ab, wobei die deutliche Rebound-Überlegenheit einen entscheidenden Anteil daran hatte. Nach zehn Minuten lagen Kapitän Chip Flanigan und sein Team mit 20:12 vorne, im zweiten Viertel wuchs der Vorsprung weiter an. Dabei drückte Zaba Bangala dem Spiel zunehmend seinen Stempel auf. Der Center war nicht nur mit Punkten und Blocks zur Stelle, sondern sammelte auch Rebound um Rebound ein und setzte ebenso wie Ferdinand Zylka seine Mitspieler mit sehenswerten Assists in Szene. Zudem ging es nun häufiger schnell nach vorne – und auch die Dreier fielen besser. „Ich denke, das war der Schlüssel zum Spiel: Wir sind aus der Verteidigung in den Angriff gekommen“, sagte Ramón Díaz und zeigte sich zufrieden mit der ersten Halbzeit.
Diese entschieden die Löwen mit 42:24 für sich und drückten nach der Pause noch einmal ordentlich aufs Gaspedal. Hinten gaben Chip Flanigan und Tajh Green der Defensive viel Energie, während die Löwen am anderen Ende des Feldes ihre Würfe für einige Minuten wie im Rausch versenkten. Das Ergebnis war ein fulminanter 16:0-Lauf zum 58:26 (25. Minute). Dieses Tempo und diese Intensität konnten die Löwen allerdings nicht dauerhaft aufrechterhalten. Die ebenfalls dezimierten Eisbären, bei denen drei Spieler fehlten, antworteten postwendend mit einem Run und verkürzten ihren Rückstand bis auf 17 Punkte (63:46). Dennoch erzielten die Löwen um ihre aufdrehenden Guards Devin Askew und Sheldon Edwards im dritten Viertel 30 Punkte und behaupteten ihre klare Führung (72:48, 30. Minute).
Auch wenn der Akku der Díaz-Mannschaft sichtbar leerer wurde und die Bremerhavener um den auffälligen Garai Zeeb die letzten zehn Minuten mit 19:15 für sich entschieden, stand am Ende ein souveräner Löwen-Sieg. Abgesehen von Edwards (5/9 Dreier) hatten die Löwen zwar erneut wenig Fortune bei ihren Würfen von außen und trafen lediglich 26 Prozent ihrer Dreier. Zudem leisteten sie sich 20 Ballverluste. Dafür verteilten sie 21 Assists, fanden durch gute Bewegung und mannschaftsdienliches Spiel regelmäßig den freien Mann unter dem Korb und dominierten über die gesamte Partie die Rebounds. Neben Zaba Bangala, der zwölf Abpraller einsammelte, ist dabei auch Chip Flanigan hervorzuheben, der sich elf Rebounds sicherte.
Am Rande der Bande: Eddy Edigin Jr. fehlte weiterhin aufgrund eines Muskelfaserrisses.
Die Trainerstimme zum Spiel:
Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Zunächst einmal freuen wir uns sehr über den Sieg. Wir haben sehr hart gearbeitet und die Jungs haben sich diesen Sieg verdient. In der ersten Halbzeit haben wir hervorragende Arbeit geleistet, vor allem in der Verteidigung. Heute sah es so aus, als könnten wir gut verteidigen. Dank dieser starken Verteidigung und unserer Dominanz bei den Rebounds hatten wir die Möglichkeit, schnell und in der Transition zu spielen. Und ich denke, das war der Schlüssel zum Spiel: wir sind aus der Verteidigung in den Angriff gekommen. In der zweiten Halbzeit wurden wir müde und spielten nicht mehr so gut. Das lag auch an unserer kurzen Rotation. Ich bin nicht zu 100 Prozent zufrieden, aber wir haben einen Weg gefunden, guten Basketball zu spielen. Wir müssen die gleiche Mentalität beibehalten, weiter hart arbeiten und uns jetzt auf das erste BBL-Spiel vorbereiten.“
Basketball Löwen: Bangala 18 (12 Rebounds, 4 Assists), Schröder 12 (3 Assists), Aydinoglu, Askew 18, Zylka 8 (5 Assists), Holloway, Edwards 19, Eklou, Haase, Flanigan 6 (11 Rebounds, 4 Assists), Wahren, Green 6 (3 Steals).
Eisbären Bremerhaven: McKeithan 6, Zeeb 11 (7 Assists, 5 Steals), Carter 10, Parolin 7 (8 Rebounds), Stelmokas 6, Meyer 5, Oden 7 (9 Rebounds), Friederici 10, Hodge 5.
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