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BestPart – Beteiligungsprojekt des AWO-Bezirksverbands Braunschweig für strukturelle Partizipation von Menschen mit seelischer Behinderung lud zur Ergebnispräsentation ein

„Für die AWO gehören Beteiligung und Selbstbestimmung zu unserem Selbstverständnis.
Gloria Helmke (links) und Genevieve Eggers haben das Projekt im AWO-Bezirksverband Braunschweig erfolgreich durchgeführt.

„Für die AWO gehören Beteiligung und Selbstbestimmung zu unserem Selbstverständnis.

Menschen sollen nicht nur Leistungen erhalten oder Adressat*innen von Hilfen sein. Sie sollen ihre Lebenswelt aktiv mitgestalten, ihre Wünsche und Erfahrungen einbringen und Einfluss auf Entscheidungen nehmen können, die ihr eigenes Leben betreffen“, erklärt der Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbands Braunschweig Rifat Fersahoglu-Weber anlässlich des Projektabschlusses und der Ergebnispräsentation vor rund 75 Gästen.

Der Anspruch, Partizipation zu verbessern, ist schnell formuliert. Ihn im Alltag tatsächlich umzusetzen, ist jedoch deutlich anspruchsvoller, weiß auch Rifat Fersahoglu-Weber: „Denn echte Beteiligung bedeutet auch, Verantwortung und Entscheidungsspielräume zu teilen. Sie verlangt, gewohnte Rollen zu hinterfragen, zuzuhören und offen dafür zu sein, dass Prozesse anders verlaufen als ursprünglich geplant.“

Genau an diesem Punkt hat BestPart angesetzt: Das Projekt hat Beteiligung nicht nur beschrieben, sondern gemeinsam mit Menschen mit seelischer Behinderung praktisch erprobt. „Das Besondere war, dass wir nicht nur über Beteiligung gesprochen, sondern sie gemeinsam ausprobiert haben“, erklärt Genevieve Eggers, Projektleiterin beim AWO-Bezirksverband Braunschweig. „Aus den Erfahrungen in Fokusgruppen, bei Aktionstagen, in Feedbackrunden und im Podcast sind konkrete Baukästen entstanden, die auch über die AWO hinaus genutzt werden können.“ Bei der Ergebnispräsentation wurden die Materialien erstmals öffentlich vorgestellt. Die Besucher*innen konnten sie an verschiedenen Stationen kennenlernen, ausprobieren und für den eigenen Alltag mitnehmen.

„Projekte haben irgendwann ein offizielles Ende. Entscheidend ist, was danach weiterwirkt“, sagt Falk Hensel, Geschäftsfeldleiter Familie und Soziale Dienste beim AWO-Bezirksverband Braunschweig. „Bei BestPart sind das die entstandenen Baukästen, aber vor allem die Erfahrungen, Begegnungen und die Haltung, die in den vergangenen Jahren gewachsen sind. Wir freuen uns als Verband sehr, so ein innovatives Projekt durchgeführt zu haben – und nun die Früchte dieser Arbeit in unseren Einrichtungen und Angeboten wachsen zu sehen.“
 
Mit der Ergebnispräsentation endet die dreijährige Förderphase von BestPart. Eine Anschlussfinanzierung ist derzeit nicht gesichert. Die entwickelten Baukästen und die Erfahrungen aus dem Projekt sollen jedoch weiter in die Praxis getragen werden. „BestPart endet als Projekt – aber die Ideen bleiben“, so Genevieve Eggers. „Wir wünschen uns, dass die Materialien genutzt, weitergegeben und weiterentwickelt werden und dass viele Menschen ihre Erfahrungen und Perspektiven einbringen können.“
 
Ein besonderer Dank gilt allen Projektpartner*innen und den zahlreichen Teilnehmenden, die durch ihre Mitarbeit einen entscheidenden Beitrag geleistet haben.

Foto: oh/AWO-Bezirksverband Braunschweig e. V.