
Nach der Samstagsniederlage gegen Würzburg, die nicht nur vom Ergebnis her
, sondern insbesondere in ihrem Zustandekommen schmerzhaft war, geht es schon am Dienstag für die Basketball Löwen Braunschweig weiter. Dann ist die Mannschaft um Headcoach Ramón Díaz beim Tabellenführer FC Bayern München zu Gast. Die Partie beginnt um 20:00 Uhr und wird live bei Dyn übertragen.
Gegen ein starkes Team wie die Fitness First Würzburg Baskets deutlich zu verlieren, kann passieren und ist auch in der Vergangenheit schon vorgekommen. Doch vor allem die Art und Weise, wie es zu der Niederlage kam, sorgte für Unmut. Die Löwen kassierten im ersten Viertel einen 0:16- und im zweiten Viertel einen 0:17-Lauf. Dabei unterliefen ihnen eine Reihe von Ballverlusten, aber vor allem stimmte die Intensität nicht. „Wir müssen am Rande unserer körperlichen Leistungsfähigkeit spielen. Aber wenn es nicht gut läuft, hören wir auf, physisch präsent zu sein und kassieren Läufe, von denen wir uns nicht erholen“, analysiert Löwen-Geschäftsführer Nils Mittmann.
Ähnliches war schon im Auswärtsspiel bei Phoenix Hagen geschehen. Da fing sich das Díaz-Team viertelübergreifend einen 0:17-Lauf ein. In dem Spiel kamen die Löwen zwar nochmal zurück, erlitten im letzten Viertel aber nochmal einen Einbruch und wurden dabei auch für ihre Reboundschwäche bestraft: Die Feuervögel erzielten insgesamt 28 Punkte aus zweiten Chancen. Die knapp eine Woche später folgende 72:96-Heimniederlage gegen Würzburg war schließlich Ausdruck einer Abwärtsspirale, aus der sich die Löwen schnellstmöglich befreien müssen.
Sicherlich sind verschiedene Faktoren zusammengekommen, die zu den jüngsten Niederlagen geführt haben: die verletzungsbedingten Ausfälle mehrerer Leistungsträger, das sinkende Selbstvertrauen und taktische Maßnahmen der Gegner, die es den Löwen zunehmend erschwert haben, ihr eigenes Spiel aufzuziehen. Nichtsdestotrotz müssen die Löwen laut Mittmann viel mehr von der eigentlichen Identität zeigen. Der fordert zudem mehr Konzentration, Physis und das Vermeiden der „Intensitätslöcher“, die zuletzt mitentscheidend für die gegnerischen Läufe waren.
„Wir müssen mehr kämpfen und tougher sein“, betont der Geschäftsführer auch mit Blick auf die nächsten Gegner. Denn da warten in den drei kommenden Auswärtsspielen in Folge zunächst der FC Bayern München, dann die Telekom Baskets Bonn und schließlich die NINERS Chemnitz. Es sind also Gegner, die sehr physisch spielen und insbesondere im Fall der Münchner und Bonner auch defensivstark auftreten.
Die Bayern lassen im bisherigen Saisonverlauf nur 70,3 Punkte im Schnitt zu – Ligabestwert. Bei ihrem gestrigen Auswärtsspiel in Rostock kamen die SEAWOLVES auch nur auf 69 Zähler. Allerdings reichten die zum Sieg, weil die Münchner um ihren Trainer Anton Gavel nach einer spannenden Crunchtime nur auf 67 Punkte kamen und damit die erste BBL-Niederlage in dieser Saison hinnehmen mussten. Im bisherigen Schnitt kommt der Tabellenführer aber auf 94,3 Punkte und hat damit die zweithöchste Ausbeute in der Liga.
Auf heimischem Parkett haben sie bereits zweimal über 100 Punkte erzielt. Das Scoring verteilt sich dabei im ausgeglichenen sowie tiefen und mit Nationalspielern gespickten Gavel-Kader auf mehrere Schultern. Die NBA-erfahrenen Neuzugänge Duane Washington Jr (14,4 PpS) und Marjon Beauchamp (13,0 PpS) führen den Euroleague-Teilnehmer zusammen mit Nationalspieler Oscar da Silva (13,0 PpS) an. Dahinter folgen Justinian Jessup und Andi Obst, die an der Zehn-Punkte-Marke kratzen. Bester Rebounder des Teams ist Center Austin Wiley (7,8 RpS), während der aus Ulm gekommene Tobias Jensen in 14 Spielminuten die meisten Assists verteilt (3,3 ApS). Als Mannschaft haben die Bayern mit 50 Prozent die zweitbeste Feldtrefferquote. Zudem sind sie das beste BBL-Team bei den Rebounds und verteilen die zweitmeisten Assists.
Es wartet also eine entsprechend schwere Aufgabe auf die Löwen, die beim klaren Favoriten vor allem eine Reaktion auf die zuletzt enttäuschenden Auftritte zeigen müssen. „Und die messen wir nicht an einem Sieg. Die muss vor allem in unserer Spielweise sichtbar werden“, macht Mittmann deutlich, dass es zunächst weniger um das Ergebnis als um die Art und Weise des eigenen Auftretens geht.
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