
Um die Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler an der Mittagsverpflegung in Schulen zu verbessern, hat der Rat der Stadt Braunschweig in seiner Sitzung am 10. März die Vorlage der Verwaltung zur Einrichtung eines neuen Fördertopfs beschlossen.
Mit dem „Fördertopf Mittagessen in der Schule“ ist es künftig möglich, finanziell benachteiligten Familien, die knapp über der Anspruchsgrenze für das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) liegen, eine Preisvergünstigung von 50 Prozent auf das Schulmittagessen zu gewähren.
„Unser Ziel ist es, dass alle Kinder und Jugendlichen in Braunschweig die Möglichkeit haben, an einem gesunden und ausgewogenen Mittagessen in der Schule teilzunehmen – unabhängig von den finanziellen Verhältnissen ihrer Eltern“, erklärt Schuldezernentin Dr. Christina Rentzsch. „Nach dem Motto ‚Volle Teller, halber Preis!‘ setzen wir mit dem Fördertopf ein klares Zeichen für mehr Chancengleichheit und Teilhabe.“
Der Fördertopf soll ab dem Schuljahr 2026/2027 mit einem jährlichen Budget von 150.000 Euro ausgestattet werden. Familien, deren Einkommen bis zu zehn Prozent über der Grenze für den Wohngeldanspruch liegt, sollen eine Förderung beantragen können. Diese Regelung zielt darauf ab, eine oft übersehene Gruppe von Familien zu entlasten, die zwar nicht BuT-berechtigt ist, aber dennoch finanzielle Schwierigkeiten hat, die Kosten für die Mittagsverpflegung ihrer Kinder zu tragen. Kinder aus Familien, die Sozialleistungen wie Bürgergeld, Grundsicherung oder Wohngeld beziehen, können über die BuT-Leistungen ein kostenfreies Mittagessen in der Schule erhalten.
„Wir haben bei der Ausgestaltung des Fördertopfes großen Wert darauf gelegt, den bürokratischen Aufwand für die Familien so gering wie möglich zu halten“, erläutert Dr. Christina Rentzsch. „Anträge sollen über längere Zeiträume von drei bis vier Jahren bewilligt werden, sodass keine jährliche Antragstellung notwendig ist. Das spart Zeit und Ressourcen – sowohl für die Familien als auch für die Verwaltung.“
Die Vergünstigung wird für Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen in städtischer Trägerschaft – Grundschulen sowie weiterführende Schulen im Ganztagsbetrieb – angeboten werden. Insgesamt könnten etwa 450 Schülerinnen und Schüler von der neuen Regelung profitieren.
„Der Fördertopf ist ein Meilenstein. Wir kommen unserem Ziel, möglichst allen Kindern den Zugang zu einem Mittagessen in der Schule zu eröffnen, damit einen weiteren, wichtigen Schritt näher. Bildung und Teilhabe sind untrennbar miteinander verbunden, und eine gesunde Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil davon“, betont Dr. Christina Rentzsch. „Zudem wurde in der Ratssitzung eine Ergänzung beschlossen, die vor allem auf vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten von Eltern zielt. Diese nehmen wir gern auf und integrieren den Aspekt in unsere Konzeption.“
Der Fördertopf soll zunächst bis 2028 über jährlich 150.000 Euro verfügen. Danach wird die Stadt Braunschweig die Inanspruchnahme und die Entwicklung der Schülerzahlen evaluieren, um die finanzielle Ausstattung des Fördertopfes gegebenenfalls anzupassen.
Foto: oh/adobe stock
