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Versöhnlicher Saisonabschluss: Löwen schlagen Chemnitz deutlich

Mit 104:90 (52:35) haben die Basketball Löwen Braunschweig

ihr letztes Saison- und Heimspiel dieser easyCredit BBL-Spielzeit gegen die NINERS Chemnitz gewonnen und ihre schmerzhafte Abstiegssaison damit immerhin auf dem 17. Platz beendet. 
Vor knapp 4.200 Zuschauenden in der Volkswagen Halle gelang dem Team von Ramón Díaz damit der vierte Heimsieg in Folge. Dabei überzeugten die Löwen nicht nur offensiv, sondern präsentierten sich bis weit ins dritte Viertel hinein auch defensiv sehr stark. Angeführt von Kaza Kajami-Keane erspielten sie sich zwischenzeitlich eine 31-Punkte-Führung. Der Point Guard zeigte gegen seinen ehemaligen Club eine überragende Leistung und erzielte 26 Punkte. Auch David N’Guessan (21), Simi Shittu (19) und Bryant Crawford (12) punkteten zweistellig.

Auch wenn die Partie mit einem 0:5 begann, so war von Beginn an zu spüren: Die Löwen wollten sich unbedingt mit einem Sieg aus der Saison und von ihren Fans verabschieden. Entsprechend schnell drehten sie das Spiel – vor allem dank einer starken Verteidigung. Die Löwen generierten Stopp um Stopp, kamen so in ihr schnelles Angriffsspiel und zogen angeführt vom entfesselt aufspielenden Kaza Kajami-Keane mit einem 16:0-Lauf an den Sachsen vorbei (5. Min.). Vornehmlich ihren Ballverlusten war es geschuldet, dass die Gäste anschließend auf 18:14 verkürzen konnten. Aber das Díaz-Team traf besser, reboundete gut und ging mit acht Punkten Vorsprung ins zweite Viertel (22:14).

Dort erhöhten die Gastgeber noch einmal ihre defensive Intensität. Sie provozierten mehrere Offensivfouls, erschwerten Chemnitz die Würfe deutlich und steigerten gleichzeitig ihre Trefferquote. Die Folge: Kajami-Keane und Co. bauten den Vorsprung weiter aus und sorgten für einige Highlights – etwa durch einen spektakulären Block von Joshi Obiesie oder den krachenden Dunk von Simi Shittu zum 38:14 (17.), der die knapp 4.200 Zuschauenden von den Sitzen riss. Die NINERS trafen im zweiten Viertel nur 39 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld und fanden kaum Antworten auf den offensiven wie defensiven Druck der Löwen. Die schalteten bis zur Pause noch einmal einen Gang hoch, versenkten in der Schlussminute zwei Dreier und gingen mit einer komfortablen 52:35-Führung in die Kabine. 
Nach dem Seitenwechsel machten die Löwen da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten. Vor allem Kajami-Keane drückte der Partie weiter seinen Stempel auf: Binnen zweieinhalb Minuten erzielte er acht Punkte und leitete gemeinsam mit dem ebenfalls starken David N’Guessan einen 12:2-Lauf ein. Die Löwen spielten die Gäste phasenweise schwindelig – obwohl Chemnitz vor der Partie noch Chancen auf die Play-Ins hatte. Jedenfalls bissen sich die NINERS an der Löwen-Verteidigung die Zähne aus und hatten auch gegen die Offensive keine Antworten parat. Kurz nach dem foulbedingten Ausscheiden von Chemnitz-Topscorer Kevin Yebo (24.) stellten die Löwen auf 71:40 – begleitet von lautstarken Anfeuerungen von den Rängen. „Wir haben über 25 Minuten hinweg hervorragend verteidigt. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, ins Laufen zu kommen und unser Spiel aufzuziehen. So konnten wir die Partie genießen“, sagte ein zufriedener Díaz.

Dessen Mannschaft gewann das dritte Viertel mit 28:18, traf 60 Prozent aus dem Feld und hatte die NINERS nach 30 Minuten bereits zu 17 Ballverlusten gezwungen. Der 27-Punktevorsprung (80:53) zum Start ins letzte Viertel war folglich absolut verdient. Im Schlussviertel nahmen die Löwen angesichts der deutlichen Führung etwas den Fuß vom Gaspedal und agierten defensiv nicht mehr ganz so konzentriert. Chemnitz kam dadurch zu offenen Würfen und nutzte diese konsequent. Nachdem die Gäste zuvor lediglich drei Dreier getroffen hatten, versenkten sie im letzten Abschnitt gleich neun Würfe von außen und verkürzten den Rückstand zwischenzeitlich auf zwölf Punkte. Am dennoch deutlichen und bejubelten Sieg der Löwen änderte das aber nichts mehr.

Die Trainerstimmen zum Spiel: 

Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Für die Fans, den Verein, die Mannschaft und die Stadt war es sehr wichtig, die Saison bestmöglich abzuschließen. Wir haben die letzten vier Heimspiele gewonnen. Von hier aus müssen wir neu starten und ich denke, der Club hat es verdient, bald wieder in der BBL zu spielen.
Zum Spiel: Wir haben über 25 Minuten hinweg hervorragend verteidigt. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, ins Laufen zu kommen und unser Spiel aufzuziehen. So konnten wir die Partie genießen. Ich muss den Spielern danken, denn es war in unserer Situation alles andere als einfach, ein solches Spiel zu bestreiten. Der einzige Kritikpunkt ist das letzte Viertel – da müssen wir einen so deutlichen Vorsprung besser verwalten. Am Ende zählt jedoch der Sieg. Und wie gesagt: Es war wichtig, die Saison so zu beenden, wie wir es getan haben.“
Rodrigo Pastore (NINERS Chemnitz): „Es war ein sehr hartes Spiel für uns. Leider gab es in diesem Spiel einen Moment, der mir angesichts dessen, was ich sah, die gesamte Saison vor Augen führte. Ich bin ein Narr, weil ich mir vorgemacht habe, dass wir etwas erreichen könnten. Eine solche Leistung wie heute war völlig unerwartet und es ist extrem enttäuschend, die Saison so zu beenden. Das sind die Momente, in denen ich mich selbst betrachte und mich frage, was ich falsch gemacht habe. Denn es gibt wahrscheinlich viele Dinge, die ich neu bewerten und verbessern muss, um meine Mannschaft nicht erneut in eine solche Situation zu bringen.
Unsere Fans haben viele der Leistungen in diesem Jahr nicht verdient, und es gibt keine Ausreden. Ich will keine Ausreden hören. Das habe ich während der Saison getan, um die Mannschaft zu schützen. Aber es gibt keine Ausreden dafür, dass wir keine bessere Saison gespielt haben. Das Mindeste, was ich tun kann, ist, mich bei unseren Fans für das zu entschuldigen, was sie miterleben mussten. Gleichzeitig danke ich ihnen für ihre bedingungslose Liebe. Eine solche Unterstützung und Liebe haben wir nicht verdient.“

Basketball Löwen: Worthy 5, N’Guessan 21 (6 Rebounds, 4 Assists), Hawley, Schröder 2, Obiesie 9, Holloway 2, Crawford 12 (3 Assists), Kajami-Keane 26 (3 Assists, 3 Steals), Flanigan 8, Shittu 19 (11 Rebounds, 4 Ballgewinne).

 
NINERS Chemnitz: Yebo 4, Uguak 10, Davis 22 (5 Assists), Schakel, Newman III 10, Mushidi 6, Sow 15 (7 Rebounds), Steinfeld n.e., Washington 11 (4 Assists), Bedime 8, Wahren n.e., Minchev 4 (5 Rebounds, 3 Assists).
 
Foto: oh/adobe stock