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Intensivpädagogische Jugendhilfe im AWO-Bezirksverband Braunschweig

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Dynamite“ hat ein Forschungsteam der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel drei Jahre lang das Konzept und die Umsetzung eines AWO-Wohnangebotes zur Perspektivklärung in Süd-Ost Niedersachsen evaluiert.
Prof. Dr. Timo Schreiner (links), Professor für Kinder- und Jugendhilfe an der Fakultät Soziale Arbeit an der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel, hat mit seinem Team drei Jahre lang das Konzept und die Umsetzung eines AWO-Wohnangebotes evaluiert. Zum Abschluss fand ein gemeinsamer Workshop statt, u. a. mit Nils Borkowski (rechts), Geschäftsbereichsleiter Jugend- und Erziehungshilfen des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Dynamite“ hat ein Forschungsteam der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel drei Jahre lang das Konzept und die Umsetzung eines AWO-Wohnangebotes zur Perspektivklärung in Süd-Ost Niedersachsen evaluiert.

Das intensivpädagogische stationäre Jugendhilfeangebot des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig wurde im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit den Jugendämtern von fünf Landkreisen konzipiert und nimmt junge Menschen aus der Region auf, die durch bestehende Jugendhilfeangebote (vorübergehend) nicht mehr erreichbar sind. Nun wurde die Begleitforschung dazu abgeschlossen.
 
In dem Projekt wurden die interkommunale Organisationsform, die Deutungsmuster von Jugendlichen sowie die jugendhilfliche Fallentstehung unter die Lupe genommen. Dr. Sandrine Bakoben und Prof. Dr. Timo Schreiner von der Fakultät Soziale Arbeit, Ostfalia Wolfenbüttel, hatten zu einem Abschlussworkshop eingeladen, in dem sie ihre Forschungsergebnisse präsentierten. Teilnehmende waren Vertreter*innen der beteiligten Jugendämter, von interessierten freien Trägern aus der Region, Lehrende und Studierende der Hochschule sowie Mitarbeitende der AWO-Jugend- & Erziehungshilfen.
 
Prof. Dr. Timo Schreiner, Professor für Kinder- und Jugendhilfe an der Fakultät Soziale Arbeit, Ostfalia Wolfenbüttel, sagte zu den Erkenntnissen: „Es zeigt sich, welch hohe Bedeutungen organisationale Strukturen und Sprache auf die Sichtweisen der Jugendlichen haben und wie pädagogische Maßnahmen deren Alltag prägen können. Dies gibt uns wichtige Aufschlüsse über die Weiterentwicklung des pädagogischen Angebots.“
 
„Wir erleben den Austausch zwischen Forschung und Praxis als sehr wertvoll und gewinnbringend für alle. Die teils sehr kritischen Ergebnisse der Begleitforschung regen uns im Sinne der jungen Menschen zu konstruktiven und lebhaften Diskussionen an. Einig sind sich alle Beteiligten in der Überzeugung, dass unser Jugendhilfesystem als solches an vielen Stellen strukturelle Schwachstellen hat, die interdisziplinär angegangen werden müssen“, äußerte sich Nils Borkowski, Geschäftsbereichsleiter Jugend- und Erziehungshilfen des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig, zu den Ergebnissen.
 
Zu der Kooperation mit der Ostfalia Hochschule sagte Falk Hensel, Geschäftsfeldleiter Familie und Soziale Dienste der AWO Braunschweig: „In diesem starken Dreiklang aus Wissenschaft, Praxispartnern und den Menschen, die Unterstützung benötigen, liegt die Zukunft sozialer Arbeit. Erst wenn Forschung, praktische Erfahrung und die Perspektiven der Hilfeempfänger zusammenkommen, entsteht wirklich evidenzbasiertes Arbeiten mit Wirkung.“
 
Unser Dank geht an die Kroschke Kinderstiftung, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und die Landkreise Helmstedt und Hildesheim für die freundliche Projektförderung!

Foto: oh/AWO Braunschweig