
- Bonn hat bisher alle Heimspiele gewonnen
- Telekom Baskets sind das beste BBL-Team von der Dreierlinie
- Díaz: „Rebounds werden eine entscheidende Rolle spielen.“
Die Auswärtstour mit drei Spielen in Folge auf fremdem Parkett hat für die Basketball Löwen Braunschweig am Samstag den zweiten Halt beim Basketball Champions League-Teilnehmer Telekom Baskets Bonn (Tip-Off: 20:00 Uhr, live bei Dyn). Dort trifft die Mannschaft von Ramón Díaz auf den aktuellen Tabellenneunten der easyCredit BBL und der Löwen-Headcoach kündigt kämpferisch nach fünf Niederlagen in Folge an: „Die Mannschaft wird fokussiert sein. Wir werden keine Ausreden suchen, sondern kämpfen und reisen nach Bonn, um das Spiel zu gewinnen.“
Bei diesem Vorhaben treffen die Löwen auf Gastgeber, die in dieser Saison bis dato wechselhafte Leistungen in der BBL gezeigt haben. Auf klare Siege gegen die Veolia Towers Hamburg und Science City Jena folgten deutliche Niederlagen gegen die VET-CONCEPT Gladiators Trier und die MHP RIESEN Ludwigsburg. Dabei fällt auf: Alle vier bisherigen Bonner Siege gelangen den Magentafarbenen vor heimischem Publikum. Auswärts wartet das Team hingegen noch auf den ersten Erfolg. Den letzten BBL-Heimsieg holten die Bonner am vergangenen Wochenende nach einem spannenden und umkämpften Spiel gegen ALBA BERLIN (95:88). Unter der Woche gelang ihnen zudem ein weiter Heimerfolg in der Basketball Champions League, in der sie zu Hause ebenfalls noch ungeschlagen sind.
Bonner Topscorer ist John-Michael Wright. Der Guard kam bislang in allen BBL-Spielen von der Bank und erzielt durchschnittlich 15,6 Punkte, im heimischen Telekom Dome sind es sogar 19,5 Zähler. Dabei trifft der US-Amerikaner starke 51 Prozent von der Dreierlinie. Ihm folgt der athletische Jeff Garrett (13,4 PpS/44 Prozent Dreierquote), der genauso wie der drittbeste Bonner Scorer Joel Aminu (11,3 PpS/42 Prozent Dreierquote) in seiner zweiten Saison bei den Rheinländern spielt. Alle drei tragen maßgeblich zur Bonner Stärke aus der Distanz bei: Die Mannschaft von Headcoach Marko Stankovic ist derzeit mit 41,6 Prozent getroffenen Würfen von Downtown das beste BBL-Team.
In der Perimeter-Verteidigung hat die Díaz-Mannschaft in dieser Saison bislang einen guten Job gemacht: Ihre Gegner treffen nur 31,2 Prozent ihrer Dreipunktewürfe. Die Verteidigung im Halbfeld sieht der Löwen-Headcoach zuletzt grundsätzlich auf einem soliden Niveau. Überschattet werde dieser Eindruck allerdings von den Rebounding-Problemen der vergangenen Spiele. „Es ist ok, dass München die Rebounds gewinnt, weil sie körperlich stärker und größer sind als wir. Aber es darf nicht passieren, dass wir keine Rebounds holen, weil wir nicht fokussiert sind oder nicht mit dem nötigen Einsatz spielen“, sagt Ramón Díaz und betont: „Das müssen wir in den Griff bekommen.“
Trotz der deutlichen Niederlage bei den Bayern am Dienstag nahm der Spanier auch Positives mit: Im ersten Viertel habe seine Mannschaft beim Ganzfelddruck, in Sachen Physis und defensiver Aggressivität ihre bislang stärksten zehn Minuten der Saison gezeigt. Er sagt aber ebenso deutlich, dass gute 15 bis 18 Minuten nicht ausreichen. „Das ist unsere Herausforderung. Wir müssen das, was wir richtig machen, auf ein ganzes Spiel übertragen“, so der Headcoach.
Einen Grund für das nachlassende Niveau bei Intensität und Verteidigung sieht Díaz auch in der verletzungsbedingt verkürzten Rotation. Mit Devin Askew, Benny Schröder und Eddy Edigin fehlten zuletzt drei wichtige Spieler. Ob einer oder mehrere von ihnen am Samstag in Bonn wieder mitwirken können, entscheidet sich kurzfristig. Allerdings sei nicht nur die kürzere Bank ein Faktor. Auch mangelnde Konzentration mache sich deutlich bemerkbar – insbesondere beim Rebound. Die Folgen sind erheblich: Die Löwen kassieren viele gegnerische Punkte nach zweiten Chancen und kommen selbst seltener in ihr schnelles Umschaltspiel, das in den ersten Saisonspielen noch eine große Stärke war. Hinzu kommt, dass viele offene Würfe von außen zuletzt nicht mehr so zuverlässig fielen wie noch in den ersten Saisonspielen. Das gesunkene Selbstvertrauen dürfte dabei ebenfalls eine Rolle spielen.
Ob die Löwen gegen die defensivstarken Bonner um die physischen und erfahrenen Center Michael Kessens und Leon Kratzer offensiv wieder in die Spur finden, wird sich zeigen. Die Gastgeber lassen durchschnittlich nur 81,9 Punkte zu (fünftbester Ligawert) und werden das Team von Ramón Díaz versuchen, in der Offensive ins Halbfeld zu drücken. Für den Headcoach ist aber klar, dass das Spiel am anderen Ende des Feldes entschieden wird. „Wir müssen sehr gut verteidigen, um eine Chance auf den Sieg zu haben. Und dabei werden die Rebounds eine entscheidende Rolle spielen.“
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