Urgestein Marc Pfitzner legte Grundstein zum Klassenerhal

Nach misslungener Hinrunde doch noch die Kurve gekriegt: Braunschweigs Urgestein Marc Pfitzner legte mit seinem verwandelten Handelfmeter den Grundstein zum Klassenerhalt. So konnte der Durchmarsch der Eintracht von der 2. Bundesliga in die Viertklassigkeit gerade noch abgewendet werden.

Ein wahrer Thriller bis zum Schluss: Das war an Dramatik kaum zu übertreffen, was die Fußballer von Eintracht Braunschweig am letzten Spieltag der 3. Liga vollbracht haben.

Bis zur letzten Sekunde mussten Mannschaft und Fans gegen Energie Cottbus um den Ligaverbleib bangen. Ein Tor der Gäste, und der BTSV hätte sich nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga ein Jahr später wieder eine Klasse tiefer verabschiedet. Eintracht bleibt nach 38 Spieltagen nur aufgrund der um einen Treffer besseren Tordifferenz Drittligist.

Mit dem 1:1-Unentschieden vor ausverkauftem Haus im heimischen Eintracht-Stadion gegen FC Energie Cottbus legte das Team von Cheftrainer André Schubert im Herzschlag-Finale eine Punktlandung hin und sicherte sich den nach der völlig verkorksten Hinrunde kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt in der 3. Liga. In einem bis zur allerletzten Sekunde hochintensiven Schlagabtausch mit den Lausitzern reichte dieser eine Punkt für den 16. Tabellenplatz und den versöhnlichen Ausgang einer überaus dramatischen Spielzeit mit einer bärenstarken Rückrunde nach zwischenzeitlich neun Punkten Rückstand als Tabellenletzter auf das rettende Ufer.

Ein mickriges Törchen entschied schlussendlich über glücklichen Klassenverbleib und bitteren Abstieg. „Wir sind so froh, die Mammutaufgabe geschafft zu haben, als Mannschaft, als Team“, erklärte Eintracht-Kapitän Stephan Fürstner nach dem dramatischen 1:1 gegen die robusten Cottbusser, die bei der Tordifferenz einen Treffer weniger aufzuweisen hatten und damit nun den bitteren Gang in die Regionalliga antreten müssen, weil die Konkurrenten Jena und das ebenfalls punktgleiche und um sechs Tore bessere Großaspach parallel drei Punkte einfahren konnten. „Das war ein Riesenkraftakt“, ergänzte der in der Partie früh verletzt ausgeschiedene Fürstner. Es war hektisch auf dem Platz an der Hamburger Straße – und es zeichnete sich schon frühzeitig an diesem Nachmittag ab, dass Eintracht und Energie Cottbus im Abstiegskrimi keine fremde Hilfe aus den anderen Stadien erhalten würden.

„Wenn man sieht, wie knapp es die letzten Minuten war, dann ist unheimliche Dankbarkeit da“, atmete Vereins-Boss Sebastian Ebel nach dem Nervenkrimi im letzten Saisonspiel und der erfolgreichen Aufholjagd auf, mit der die Löwen den Durchmarsch von der 2. Bundesliga in die Viertklassigkeit abgewendet haben.

Danach sah es nach der Hinrunde überhaupt nicht aus. Für den neuen Coach Henrik Pedersen, dem Nachfolger von Eintracht-Ikone Torsten Lieberknecht, waren die Fußstapfen seines Vorgängers zu groß. So war nach nur einem Sieg aus den ersten elf Spielen für ihn bereits früh Schluss. Andre Schubert übernahm, dennoch schloss die Eintracht mit sieben Punkten Rückstand als Schlusslicht die Hinrunde ab. Schubert und Co. drehten in der Winterpause personell an den richtigen Stellschrauben mit erfahrenen Neuzugänge wie Torwart Jasmin Fejzic, Bernd Nehrig, Benjamin Kessel oder auch Marcel Bär, die die Qualität des Kaders deutlich steigerten. Das Ergebnis: Platz sechs in der Rückrunde, als einziges Team nur drei Niederlagen und in der Endabrechnung der erste Nichtabstiegsplatz.

Ob die Eintracht in der nächsten Saison wieder deutlich weiter oben mitspielen kann, ist allerdings fraglich. Nach dem sportlichen wie finanziellen Kraftakt der vergangenen Monate fehlt das Geld für große Verstärkungen. Immerhin sind 20 Spieler des Rückrunden-Kaders vertraglich bis mindestens 2020 an die Blau-Gelben gebunden. Während das Grundgerüst somit wohl erhalten bleiben wird, gibt es Gerüchte zur Zukunft von Trainer André Schubert, der durch Art und Weise der Mannschaftsführung und seiner „bestimmenden Art“ nicht unumstritten sein soll. Allerdings läuft sein Vertrag noch bis 2021. Im Hintergrund arbeitet Schubert bereits am Vorbereitungsplan für die kommende Saison. (ts)

Grenzenloser Jubel im ausverkauften Eintracht-Stadion

Ende gut, alles gut: Grenzenloser Jubel im ausverkauften Eintracht-Stadion. Bis zur letzten Sekunde mussten Mannschaft, Trainer-Team, Vereins-Verantwortliche und Fans um den Ligaverbleib bangen.

Fotos: ts

Tags: , , ,

Ähnliche Artikel

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.