Kaffeeliebhaber brühen ihren Kaffee neuerdings kalt. Der so genannte Cold-Brew-Kaffee findet Einzug in immer mehr hippen Cafés und Internetforen. Vor allem in Metropolen wie New York, London oder Berlin gibt es den sogenannten Cold Brew inzwischen schon aus der Flasche – mit cool designtem Etikett, hergestellt in kleinen Gourmet-Manufakturen, die an die ebenfalls blühende Craft-Beer Bewegung erinnern.

Dabei sollte man Cold-Brew-Kaffee nicht mit herkömmlichen Eiskaffee verwechseln. Serviert wird die Köstlichkeit auch meistens kalt, doch die Herstellungsmethode ist eine andere.

Im Sommer 2014 begann sich der Trend des Cold Brew Kaffees zu entwickeln und ließ sämtliche Barista Herzen höher schlagen. Und Nicht nur im Sommer ist der „kalt Gebrühte“ eine wunderbare Erfrischung, auch im Herbst und Winter bietet diese Kaffeevariante Abwechslung und Genuss.

Mit „Brühen“ also dem Übergießen des Kaffeepulvers mit heißem Wasser hat die Herstellung der kalten Variante nichts zu tun. Für einen echten „Cold-Brew“ benötigt man Wasser auf Zimmertemperatur.

Ob 250 Gramm Kaffeepulver auf 750 ml kaltes Wasser oder 500 Gramm Kaffee auf 2 Liter Wasser: Hier scheiden sich, wie beim Gebrauch des „richtigen“ Wassers, die Geister. Schwören die einen auf gefiltertes Wasser, so kommt bei anderen Cold-Brew Baristas nur Mineralwasser in Betracht. Wieder andere geben sich mit herkömmlichem Leitungswasser zufrieden.

Wichtig ist: Der Kaffee muss grob gemahlen sei, so dass er an Kies erinnert. Das Gemisch bleibt dann zwölf Stunden stehen und sollte zwei Stunden vor Filtrierung nicht mehr umgerührt werden, damit sich das Pulver setzen kann. Ein guter Cold Brew braucht eben Zeit und ist nicht in zwei Stunden gemacht. (Das ist allerdings nur ein Richtwert und variabel. Kaffee-Blogger raten: ausprobieren). Nach zwölf Stunden gießt man die Mischung durch einen Stoff- oder Papierfilter.

 

Das ist der Cold-Brew, der sich ein bis zwei Wochen im Kühlschrank hält. Im Grunde genommen kann man sagen, dass beim Cold-Brew Herstellungsprozess Hitze durch Zeit ersetzt wird. Das Faszinierende dabei ist, dass durch Verzicht auf Hitze liebliche Aromen des Kaffees hervorgehoben werden. Denn Hitze fügt dem Kaffee bedeutend mehr Säure zu. Es ist tatsächlich möglich, leckere Getränke zu kreieren, die natürlich sind und keine zusätzlichen E´s wie Farbstoffe und Aromen enthalten.

Das Beste: sie schmecken auch noch besser. Das Ganze hat sowohl bei den Japanern als „Cold-Drip“ als auch bei den Amerikanern als „Toddy“ eine längere Tradition. Unerwünschte Bitterstoffe, die durch das Brühen bei hohen Temperaturen freigesetzt werden, fallen weg. Zudem ist Cold Brew im Vergleich zu Filterkaffee- ähnlich wie Espresso- wesentlich säureärmer und damit auch bekömmlicher. Das Ergebnis ist ein milder und nicht bitterer Kaffeegeschmack. Je länger der Prozess dauert, desto geschmacksintensiver ist das Endresultat.

 

Zum Genießen des Cold-Brew-Kaffee verdünnt man das Konzentrat am besten, indem man circa 75 Milliliter davon in eine Kaffeetasse gibt und mit heißem oder kalten Wasser beziehungsweise Eis aufgießt. Man solltest mindestens die doppelte Menge Wasser oder Eis zum Verdünnen nehmen. Auch bei der Zubereitung von Desserts und Mixgetränken ist Cold-Brew-Kaffee durch sein besonderes Aroma sehr beliebt.

Cold-Brew ist ein Getränk für jede Tageszeit: morgens pur, mittags mit Tonic, abends mit Gin.

Als Erfrischung empfehlen wir einen Klassiker:

Man nehme

  • 50ml Cold Brew
  • 100 ml Tonic Water
  • ein paar Eiswürfel
  • und eine Scheibe Grapefruit.

Zusammen mit einem Lieblingsgin wird dieses Getränk zu einer Party.

Prinzipiell sind der Fantasie im Umgang mit Cold-Brew-Kaffee keine Grenzen gesetzt. Es gibt keine festen Regeln. Hauptsache, es macht Spaß und schmeckt!

Autor: DV/CityLife!

Tags: , , , ,

Ähnliche Artikel

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.