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Stadtbahnausbau: Verwaltung schlägt Vorzugsvariante für die Strecke in den Heidberg vor

Beim Stadtbahnausbauprojekt „Stadt.Bahn.Plus“ steht ein weiterer wichtiger Etappenschritt bevor.

Beim Stadtbahnausbauprojekt „Stadt.Bahn.Plus“ steht ein 

weiterer wichtiger Etappenschritt bevor.

Die Machbarkeitsstudie zur Stadtbahn-Ausbaustrecke Salzdahlumer Straße/Heidberg ist abgeschlossen. Unter Bezug auf das Ergebnis schlägt die Stadtverwaltung als Vorzugsvariante den Verlauf vom Hauptbahnhof über Salzdahlumer Straße, Hallestraße und Sachsendamm zur Wendeschleife Anklamstraße vor. Dieser Beschlussvorschlag wird nun zunächst von den betroffenen Stadtbezirksräten vorberaten, bevor am 30. April der Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben (AMTA) entscheidet.

Die Grundlage für den Beschlussvorschlag schuf eine umfangreiche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Diese konnten unter anderem in drei Workshops wertvolle Hinweise und Anregungen geben, die in die Untersuchungen eingeflossen sind. Verschiedene Varianten wurden diskutiert, analysiert und bewertet. Auf dieser Basis wurde die vorgeschlagene Variante als beste Streckenführung bestätigt. Ihre bauliche und verkehrliche Machbarkeit wurde untersucht und nachgewiesen, unter anderem mittels einer Verkehrssimulation. Die Strecke schließt diverse Quartiere und Ziele an das Stadtbahnnetz an, unter anderem den Bebelhof, den Berufsschulcampus und das Klinikum Salzdahlumer Straße. Zudem wird sich das Projekt Bahnstadt entlang des Trassenkorridors entwickeln.

Die vorgeschlagene Streckenführung erreicht die vorgegebenen Ziele und gute volks- sowie betriebswirtschaftliche Ergebnisse. Im Verlauf der rund 3,2 Kilometer langen Strecke werden bei einem Einzugsradius von jeweils 500 Metern um die Haltestellen rund 9.200 Anliegerinnen und Anlieger erreicht. Anschlüsse im Norden und Süden an bestehende Stadtbahninfrastruktur minimieren die Infrastrukturkosten. In Kombination mit dem geplanten Busliniennetz wird die Anbindung der häufigsten Ziele im gesamten Stadtgebiet aus den südöstlichen Stadtteilen verbessert. Die reduzierten Reisezeiten werden die Nutzungsrate des ÖPNV erhöhen und die des motorisierten Individualverkehrs senken – also im Sinne der strategischen Ziele der Stadt Braunschweig positive Wirkungen auf den Modal Split haben.

Wenn der AMTA zustimmt, kann die Fortführung der Planungen zur Entwicklung eines konkreten Anlagenentwurfs auf diesem Streckenast beginnen. In der Entwurfsplanung wird dann auch die Ausgestaltung der Verkehrsräume – inklusive der Lage und Ausführung der Schieneninfrastruktur – festgelegt. Auch in dieser Phase werden Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer intensiven Beteiligung der Öffentlichkeit in die Planungsschritte einbezogen und informiert. Eine grobe Kostenschätzung für das Gesamtvorhaben inklusive umfangreicher Anpassungen der Straßenräume beläuft sich derzeit auf ca. 102 Millionen Euro. Vorläufige Ermittlungen gehen davon aus, dass Bund und Land ca. zwei Drittel der Kosten übernehmen könnten. Der Rest wäre von der Braunschweiger Verkehrs-GmbH und von der Stadt Braunschweig aufzubringen. Der Stadtbahnausbau ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und BSVG.

Nach Fertigstellung der Entwurfsplanung – also, wenn detaillierte Pläne und die berechneten Kosten der neuen Anlagen vorliegen – kann der sogenannte Umsetzungsbeschluss erfolgen. Nachfolgend können das Planfeststellungsverfahren gestartet und ein Finanzierungsantrag bei Bund und Land gestellt werden. Wann diese Schritte erfolgen werden, ist derzeit noch nicht genau absehbar.

Foto: clko