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FanProjekt des AWO-Bezirksverbands Braunschweig erhält Qualitätssiegel

(von links): Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum, Fanprojektleiter Karsten König, Eintracht-Präsidentin Nicole Kumpis, AWO-Vorstandsvorsitzender Rifat Fersahoglu-Weber und Christian Exner von der Koordinierungsstelle Fanprojekte bei der Übergabe des Qualitätssiegels im Fanhaus.

Sport verbindet in Braunschweig Tausende – vor allem auch in der Fanszene der Eintracht Braunschweig. Insbesondere junge Menschen vernetzen sich dort und sind in unterschiedlichen Gruppierungen anzutreffen. „Denn das FanProjekt des AWO-Bezirksverbands Braunschweig e.V. ist ein riesiges Jugendhilfeprojekt“, erklärt Rifat Fersahoglu-Weber, Vorstandsvorsitzender des Bezirksverbands. „Dabei werden die positiven Effekte nicht immer unmittelbar sichtbar. Denn die Jugendlichen befinden sich in Gruppen, die auf Massenveranstaltungen mit einer sehr großen Zielgruppe mit hohem Organisationsgrad zusammenkommen. Diese werden von Fans im Erwachsenenalter geführt. So heterogen wie schon diese Gruppierungen sind, so individuell ist außerdem jede Fanszene an sich. Jeder Standort ist anders. Es gibt zwar relativ große Schnittmengen, aber unterschiedliche Infrastruktur und unterschiedliche Begebenheiten erfordern auch unterschiedliche Maßnahmen und Zugänge. So müssen auch unterschiedliche Schwerpunkte in der Arbeit gesetzt werden.“

Die Bedeutung des FanProjektes in Braunschweig betonte auch Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum: „Es integriert Nachwuchs-Fans in bestehende Jugendhilfeangebote, sorgt für die Prävention von Gewalt und Alkoholmissbrauch und beugt extremistischen Tendenzen vor. So trägt es dazu bei, unsere Stadt sicherer zu machen und engagiert sich mit einem hochwertigen sozialpädagogischen Ansatz für gesellschaftliche Verantwortung und ein respektvolles Miteinander in der Fanszene. Ich gratuliere zu der Auszeichnung und danke dem Team für seinen großen Einsatz.“

Das nun im Fanhaus von Christian Exner verliehene Qualitätssiegel bildet dabei die Grundlage für die Anerkennung als Fanprojekt nach dem „Nationalem Konzept Sport und Sicherheit“ (NKSS) das durch ein Gremium des Nationalen Ausschuss Sport und Sicherheit, NASS, vergeben wird. Im Rahmen der Qualitätssiegel-Vergabe, bei der auch die Präsidentin von Eintracht Braunschweig, Nicole Kumpis anwesend war, werden alle drei Jahre durch ein Audit die notwendigen Qualitätsmerkmale, Standards und Voraussetzungen für die Anerkennung als Fanprojekt nach dem NKSS überprüft. Sie hob hervor: „Wir blicken auf eine Zeit zurück, in der die Zusammenarbeit zwischen dem Verein und dem Fanprojekt nicht immer störungsfrei war. Umso mehr freuen wir uns, zusammen mit dem neuen Träger, dem Bezirksverband der AWO, und dem Fanprojekt optimistisch in die gemeinsame Zukunft zu schauen. Sozialarbeit im Fußball ist kein ‚Nice-to-have‘, sondern eine präventive Notwendigkeit, für die es Fachkräfte braucht. Aber ein Fanprojekt ist mehr als nur soziale Arbeit – es bietet Orientierung, ein verlässliches Leitbild und Stärke in stürmischen Zeiten. Daher darf das Qualitätssiegel nicht nur eine Urkunde für die Wand sein – es muss ein Auftrag an Politik und Verbände sein, diese Arbeit langfristig und stets auskömmlich zu finanzieren.“

„Wir bedanken uns natürlich bei allen Mitarbeiter*innen des Fanprojekts, dass alle Vorgaben erfolgreich erfüllt werden konnten. Außerdem freuen wir uns auf die gemeinsame Zukunft in diesem herausfordernden und anspruchsvollen Arbeitsfeld und bei allen Netzwerkspartnern“, erklärt Rifat Fersahoglu-Weber. Und betont zum Abschluss: „Arbeitet auch daran, die jungen Menschen so zu befähigen, dass Sie zu unserer Demokratie stehen. Und versucht, das Stadion zu einem Ort der Vielfalt zu machen.“
Weitere Informationen zum FanProjekt unter: www.awo-bs.de

 

Foto: oh/AWO