
Im Jahr 2025 flossen durch die Einnahmen des Hauptzollamts Braunschweig mehr als 3,15 Milliarden Euro in die Staatskasse. Diese Einnahmesumme ergab sich aus den Verbrauch-/ Verkehrssteuern und der Einfuhrumsatzsteuer mit fast 2,54 Milliarden. Die verbleibenden Einnahmen in Höhe von rund 610 Millionen Euro ergaben sich aus der Energie-, Strom-, Tabak-, Alkohol-, Kaffee-, Bier- und Schaumweinsteuer sowie der Luftverkehr- und Kraftfahrzeugsteuer. Die Einnahmen aus Zöllen in Höhe von mehr als 385 Millionen Euro für Waren aus Drittländern fließen in den Haushalt der Europäischen Union. Der Prüfungsdienst hat sein Ergebnis nahezu verfünffacht und konnte Nacherhebungen in Höhe von 64,4 Millionen Euro feststellen. Zudem haben die Beschäftigten der Vollstreckungsstelle Zahlungsrückstände von rund 102,8 Millionen Euro eingenommen.
Sehr zufrieden mit den guten Ergebnissen für das abgelaufene Jahr zeigte sich die Leiterin des Hauptzollamts Braunschweig, Frau Regierungsdirektorin Regine Andreas, zusammen mit ihren 653 Beschäftigten und den 79 Nachwuchskräften nach den nun vorliegenden Zahlen für 2025.
„Auch im Jahr 2025 hat sich der Zoll in Braunschweig und an seinen anderen Standorten für den Schutz der Bevölkerung und Umwelt eingesetzt und seinen Beitrag für die Sicherheit in der Bundesrepublik Deutschland geleistet. Darüber hinaus hat sich das Hauptzollamt Braunschweig erneut als verlässlicher Partner der Wirtschaft bewiesen sowie für faire Wettbewerbsbedingungen und ein stabiles Sozialsystem gesorgt.“, so die Leiterin des Hauptzollamts. „Dafür möchte ich mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die mit ihrem Einsatz für Wirtschaft und Sicherheit einen Beitrag zur Erfüllung des breiten Aufgabenspektrums des Zolls geleistet haben.“
Warenabfertigung bei den Zollämtern
Die sechs Zollämter des Hauptzollamts Braunschweig in Braunschweig, Goslar, Göttingen, Helmstedt, Hildesheim und Wolfsburg fertigten fast 7,2 Millionen Warensendungen ab. Dabei handelte es sich um Ein-, Ausfuhr- und Versandverfahren der im Bezirk ansässigen Unternehmen sowie der Bürgerinnen und Bürger.
Die Zollämter überwachen den Warenverkehr und erheben im Bereich der Einfuhr Steuern und Zölle und sind im Bereich der Ausfuhr insbesondere für die Einhaltung des Außenwirtschaftsrechts zuständig. Zollkontrollen finden vor allem im Hinblick auf Verbote und Beschränkungen, beispielsweise zum Schutz der Gesundheit von Menschen und Tieren, der Umwelt oder des gewerblichen Eigentums statt. Des Weiteren sind die Zollämter örtliche Kontaktstellen im Bereich der Kraftfahrzeugsteuer.
Kontrollen
Das kleinste Sachgebiet des Hauptzollamts Braunschweig ist das Sachgebiet C mit 23 Beschäftigten, dem die Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) mit Sitz in Göttingen angehört. Die KEV führt mobile zoll- und verbrauchsteuerrechtliche Kontrollen im Schichtdienst durch und überwacht dabei sowohl den grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehr als auch die Einhaltung von Verbrauchsteuervorschriften im Binnenland.
Im Jahr 2025 führte die KEV 14.424 Kontrollen an Fahrzeugen, Objekten und Personen durch und konnte dabei Steuern in Höhe von 415.624 Euro festsetzen und ihr Ergebnis nahezu verdoppeln (2024: 211.570 Euro).
Außerdem kam es zu vielen Sicherstellungen im Rahmen von eingeleiteten Ordnungswidrigkeiten- und (Steuer-)Strafverfahren.
494 kg Tabak (2024: 219 kg), 165.132 Stück Zigaretten, Zigarren/ Zigarillos und Heets (2024: 286.740 Stück) sowie 930,1 Liter Substitute für Tabakwaren/ Liquids (2024: 271,7 Liter) wurden unter den Tabaksteuergegenständen sichergestellt.
Des Weiteren konnten unter anderem 207 kg Betäubungsmittel (2024: über 5,5 kg und rund 5,5 Liter) sowie 6.889 Stück (2024: 2.223 Stück) und 1.466 ml Arznei- und Dopingmittel (2024: 312 ml) sichergestellt werden.
Als Ergebnis der Jahresbetrachtung 2025 lässt sich festhalten, dass der bundesweite Trend, weg von klassischen Tabakwaren hin zu synthetischen Konsumartikeln, sich auch in den Sicherstellungen der KEV widerspiegelt. Die Zahl der sichergestellten Zigaretten nimmt seit Jahren ab, die von Substituten und Liquids hingegen liegen 340 % über dem Vorjahreswert.
Auch im Bereich der Sicherstellung von Plagiaten im Rahmen des gewerblichen Rechtschutzes gab es enorme Steigerungen 2025 wurden 32.934 Stück gefälschte Artikel mit einer Schadenssumme von mehreren hunderttausend Euro sichergestellt.
Prüfungsdienst und Steueraufsicht
Um dem ständig weltweit zunehmenden Warenfluss gerecht zu werden, hat der Zoll zum Schutz der heimischen Wirtschaft und Industrie die erforderlichen nachträglichen Kontrollen in die Wirtschaftsbetriebe verlagert. Bei der Bewertung von Produktions- und Handelsprozessen wird nicht nur sichergestellt, dass die Zoll- und Verbrauchsteuervorschriften eingehalten werden, sondern es werden auch Hinweise zur besseren kaufmännischen Erfassung bzw. Abwicklung von Importen oder Steuerlagern gegeben. Die Aufgaben des Prüfungsdienstes sind vielfältig: Diese umfassen z.B. die verbrauchsteuerrechtliche Bewertung von Müllverbrennungs- und Biogasanlagen, die fachliche Begleitung der Neueinrichtung von Brennereien, die Überprüfung von temporär zur Reparatur eingeführter Technik oder Ermittlung des tatsächlichen Kaufpreises von eingeführten Fabrikanlagen, aber auch die Überwachung von zollfrei eingeführtem Übersiedlungsgut.
Um eine gleichmäßige Besteuerung zu gewährleisten, führten Zoll- und Verbrauchsteuerprüfer des Sachgebiets D (Prüfungsdienst) des Hauptzollamts Braunschweig im letzten Jahr 1.146 Prüfungen und Steueraufsichtsmaßnahmen durch und kamen dabei in 108 Fällen zu Beanstandungen. Aufgrund der Prüfungen wurden 64,4 Millionen Euro Steuern nacherhoben oder zurück¬gefordert. Auch wenn sich die Anzahl der Prüfungen und Beanstandungen auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr zuvor belief, konnte das Ergebnis nahezu verfünffacht werden (2024: 13,9 Millionen; 2023: 4,3 Millionen Euro). Erstattet wurden den Betrieben 901.418 Euro (2024: 111.398 Euro und 2023: 416.927 Euro). Dies spiegelt die erfolgreiche Risikoanalyse des Hauptzollamts Braunschweig wieder.
Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung
Im Jahr 2025 wurden durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Braunschweig mit ihren Standorten in Braunschweig, Göttingen und Hildesheim insgesamt 605 Arbeitgeberprüfungen durchgeführt.
Dabei wurden 9.277 Personen an ihren Arbeitsstellen in verschiedenen Wirtschaftsbranchen überprüft, so z. B. Bau-, Hotel- und Gaststättengewerbe, Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe sowie im Bereich der Clankriminalität. Zuständig ist die FKS für die wirksame Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung sowie der Einhaltung der Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Durch umfangreiche Prüf- und Ermittlungsmaßnahmen trägt die FKS zur Sicherung der Sozialsysteme und Staatseinnahmen bei. Im Rahmen der risikoorientierten Prüfungen leiteten die Zöllnerinnen und Zöllner 2.637 Straf- sowie 1.454 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Zudem konnten 2.756 Strafverfahren und 930 Ordnungswidrigkeitenverfahren abgeschlossen werden. Durch die abgeschlossenen Ermittlungsverfahren der FKS wurde eine Schadenssumme von rund 4,6 Millionen Euro aufgedeckt und Verstöße mit Bußgeldern in Höhe von 1,2 Millionen Euro sanktioniert. Es wurden Freiheitsstrafen von insgesamt 246 Monaten verhängt. Die Summe der Geldstrafen aus Urteilen und Strafbefehlen hat sich um 22 % auf 732.230 Euro erhöht (2024: 596.305 Euro). Bei den Buß- und Verwarngeldern mit 1.225.298 Euro ist ebenfalls eine Steigerung von 52 % zu verzeichnen (2024: 805.425 Euro).
Ahndung steuerlicher Zuwiderhandlungen
Neben dem Fachgebiet 1, welches Teil der FKS ist, gehört zu dem Sachgebiet F (Ahndung) des Hauptzollamts Braunschweig noch das Fachgebiet 2. Das Fachgebiet 2 ist sowohl für die Ahndung von steuerlichen Zuwiderhandlungen als auch die Ahndung von Verstößen gegen das Außenwirtschafts-, Marktordnungs- und Barmittelrecht sowie sonstigen Verboten und Beschränkungen für den Warenverkehr über die Grenze zuständig.
Dieses Fachgebiet ist die zentrale Strafsachen- und Bußgeldstelle für die Hauptzollämter Magdeburg, Hannover und Braunschweig und dessen Zuständigkeitsbereich erstreckt sich somit über die Hälfte des Bundeslandes Niedersachsen sowie ganz Sachsen-Anhalt. Durch das Fachgebiet 2 des Hauptzollamts Braunschweig kam es zur Einleitung von insgesamt 2.156 Ermittlungsverfahren hinsichtlich Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. (2024: 1.899). Davon konnten 2.005 Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren 2025 abgeschlossen werden (2024: 2.101).
Vollstreckung
Das Sachgebiet G (Vollstreckung und Verwertung) beschäftigt sich mit der Beitreibung rückständiger öffentlich-rechtlicher Geldforderungen für die Bundeszollverwaltung, andere Bundesbehörden sowie Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts.
Im Jahr 2025 hat die Vollstreckungsstelle des Hauptzollamts Braunschweig mit Sitz in Helmstedt und Hannover 291.713 Vollstreckungsfälle bearbeitet (2024: 269.527; Steigerung um rund 8,2 %).
Mit der Beitreibung von nicht gezahlten Beiträgen und Steuern oder zurückgeforderten Sozialleistungen in Höhe von nahezu 102,8 Millionen Euro erzielten die Bediensteten 2025 wieder ein höheres Ergebnis als im Vorjahr mit knapp 17 % Steigerung (2024: 88,1 Millionen Euro; 2023: 75,1 Millionen Euro).
Neben der Vollstreckung gibt es im Sachgebiet G noch den Arbeitsbereich der Verwertung. Dieser ist für die Verwertung gepfändeter Gegenstände und die Vernichtung sichergestellter Waren zuständig. Die Verwertung wird über die Internetplattform www.zoll-auktion.de betrieben. Auf dieser elektronischen Plattform versteigert die Zollverwaltung nicht nur Pfandsachen, sondern auch ausgesonderte Dienstkraftfahrzeuge oder Möbelstücke.
Karrieremöglichkeiten beim Zoll
Die Jahresbilanz des Hauptzollamts Braunschweig zeigt, wie vielfältig die Aufgabenbereiche des Zolls sind, welche in ihrer Bandbreite häufig unbekannt sind.
Informationen zur abwechslungsreichen zweijährigen Ausbildung oder zum vielseitigen dreijährigen dualen Studium sowie zu weiteren Karrieremöglichkeiten können auf den Internetseiten www.zoll.de oder www.zoll-karriere.de abgerufen werden.
Für den Ausbildungs- und Studienbeginn zum 1. September 2027 sucht das Hauptzollamt Braunschweig noch bis zum 15. Oktober 2026 Bewerberinnen und Bewerber, die sich für eine Karriere beim Zoll interessieren.
Foto: oh/Hauptzollamt Braunschweig, Andreas Scholz
