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Neue Kraftstoffsorte B10 kommt an die Tankstellen

Ab April 2024 kann der neue Kraftstoff B10 als weiterer Dieselkraftstoff an Tankstellen in Deutschland angeboten werden. Das sollte man dazu wissen:

Was ist B10?

Mit B10 wird ein Dieselkraftstoff bezeichnet, dem bis zu zehn Prozent Biodiesel beigemischt werden. Die bisher an den Tankstellen verkaufte Standard-Dieselsorte B7 enthält dagegen nur bis zu sieben Prozent Biodiesel.

Was ist Biodiesel und welche Vorteile hat er?

Biodiesel ist ein Biokraftstoff, der fossilen Diesel ersetzt. Wichtigste Rohstoffe für die Produktion von Biodiesel in Deutschland sind Rapsöl sowie Altspeisefett. Biodiesel mindert den Treibhausgasausstoß im Vergleich zu fossilem Diesel je nach eingesetztem Rohstoff um enorme 70 bis 90 Prozent. Im Herstellungsprozess entstehen gleichzeitig Glycerin und – bei der Nutzung von Raps – eiweißreiches Tierfuttermittel.

Müssen Tankstellen den Dieselkraftstoff B10 anbieten und was ist mit dem bisherigen Dieselkraftstoff B7?

Fahrzeughalter können wie bisher an allen Tankstellen den gewohnten Standard-Dieselkraftstoff B7 tanken. Ob die Tankstellenbetreiber den klimafreundlicheren Kraftstoff B10 anbieten, können sie individuell entscheiden. Es besteht keine Verpflichtung, B10 an einer Tankstelle zu verkaufen. Zu Beginn wird B10 deshalb voraussichtlich nur an einzelnen Tankstellen erhältlich sein.

Was müssen Autofahrerinnen und -fahrer vor dem Tanken mit dem Dieselkraftstoff B10 beachten?

Vor dem Tanken sollte man prüfen, ob der Hersteller das jeweilige Fahrzeug für B10 freigegeben hat. Eine Liste der freigegebenen Fahrzeugmodelle ist unter www.biokraftstoffverband.de/themen/b10 abrufbar, viele weitere Informationen zu Biokraftstoffen gibt es zudem unter www.biokraftstoffverband.de.

Welches sind die wichtigsten Rohstoffe für Biodiesel?

Wichtigster Rohstoff für die Biodieselproduzenten in Deutschland ist Rapsöl. Auf Platz 2 der Rohstoffe stehen Abfälle und Reststoffe wie gebrauchte Speiseöle und Tierfette. Der Anbau von Raps bringt viele Vorteile mit sich, denn er erweitert die ansonsten getreidelastigen Fruchtfolgen, die tiefe Wurzel lockert den Boden auf und erschließt so Nährstoffe und Wasser. Bei der Produktion von Biodiesel und Bioethanol entsteht gleichzeitig wertvolles Eiweißfuttermittel, das in der Landwirtschaft für die Fütterung von Hühnern, Schweinen und Kühen gebraucht wird. Die Verwendung von Abfällen und Reststoffen ist ebenfalls sinnvoll: Wird gebrauchtes Speiseöl unsachgemäß über den Ausguss in die Kanalisation entsorgt, führt dies zu Ablagerungen und Verstopfungen, die nur mit großem Aufwand und hohen Kosten beseitigt werden können. (DJD)

Foto: DJD/Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie